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Einbruch in eine Wohnung: Was dieses Symbolbild darstellt, hat ein Mann aus dem Enzkreis gleich reihenweise verübt. Auch eine erste Haftstrafe stoppte ihn nicht. Als sie zur Bewährung ausgesetzt wurde, machte er umgehend weiter. Foto: Marks, dpa
Einbruch in eine Wohnung: Was dieses Symbolbild darstellt, hat ein Mann aus dem Enzkreis gleich reihenweise verübt. Auch eine erste Haftstrafe stoppte ihn nicht. Als sie zur Bewährung ausgesetzt wurde, machte er umgehend weiter. Foto: Marks, dpa
12.07.2018

Trotz Bewährung machte er weiter: Serieneinbrecher muss hinter Gitter

Enzkreis/Pforzheim. Das Amtsgericht Pforzheim hat einen Mann verurteilt, der nach einer früheren Strafe wegen Einbrüchen seine Bewährung gebrochen hat. Die Opfer der Straftaten aus dem Enzkreis reagieren erleichtert.

Vier Jahre und neun Monate Haft. So lautet die Strafe für einen Mann aus dem Enzkreis, der eine ganze Reihe von Einbrüchen und Diebstählen auf dem Kerbholz hat, nach einem Prozess, der von Amtsgerichtsdirektor Oliver Weik geleitet wurde. Noch ist die Entscheidung nicht rechtskräftig, die eigentlich die Summe ist aus der Strafe für schon früher verhandelte Taten und derjenigen für Delikte, die der Verurteilte verübt hatte, nachdem er in der zweiten Jahreshälfte 2017 zur Bewährung aus dem Gefängnis freikam. Noch läuft die Frist, in der Berufung eingelegt werden könnte. Doch Einbruchsopfer, die den Prozess gespannt verfolgt hatten, reagierten zufrieden auf die Einschätzung des Pforzheimer Gerichts. „Ich konnte nach dem Urteilsspruch endlich wieder gut schlafen“, sagte ein Mann, in dessen Haus der Verurteilte bereits 2015 eingebrochen war.

Der Fall war ungewöhnlich: Wohnungseinbrüche bringt man oft eher mit Profi-Banden aus dem Ausland in Verbindung – in diesem Fall ging es gewissermaßen um den Täter von nebenan. Um das Umfeld einer Gemeinde, wo man einander kennt. „Der ganze Ort atmet auf“, sagte ein Zuhörer zur Reaktion im Gerichtssaal. Der zweite Aspekt, der für Aufsehen sorgte: Der Verurteilte hatte bereits eine Haftstrafe erhalten, die 2017 in der Berufungsverhandlung für fünf Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Kaum draußen, startete der Einbrecher schon die nächste Reihe von Straftaten.

Dass der Mann in atemberaubendem Tempo an seinen früheren Lebenswandel anknüpfte, spielte für das jetzige Urteil eine wichtige Rolle, so Oliver Weik. Immerhin habe der Angeklagte seine Taten ohne Umschweife eingeräumt – ein Signal, das er schon aus der Untersuchungshaft heraus brieflich gesetzt habe. Richter Weik erlegte ihm für die jüngsten drei Einbrüche und für sechs weitere gewerbsmäßige Diebstähle jetzt zwei Jahre und neun Monate Haft auf. Darüber hinaus wurde die für die früheren Einbrüche und Delikte verhängte 18-monatige Freiheitsstrafe auf zwei Jahre aufgestockt.

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