760_0900_135893_ROL_LENKUNGSGRUPPE.jpg
Engagieren sich in der Lenkungsgruppe: Sandra Eisele, Bernd Kunzmann, Sabine Stalf, Bürgermeister Heiko Genthner und Michaela Bruder vom Netzwerk 60 plus (von links) wollen, dass es weiter geht mit dem Quartierentwicklungsprojekt in Königsbach-Stein.  Foto: Roller 

Trotz Corona viel erreicht: Projekt zur Quartierentwicklung in Königsbach-Stein für Organisatoren ein Erfolg

Königsbach-Stein. Zwei Jahre lief in Königsbach-Stein ein Prozess, der unter Beteiligung der Bürger und zivilgesellschaftlicher Akteure nach Möglichkeiten suchte, um dem demografischen und gesellschaftlichen Wandel zu begegnen. Im Rahmen des vom Land aufgelegten Förderprogramms „Quartier 2020“ sollten Lösungen für aktuelle und kommende Herausforderungen gefunden werden. Strukturen sollten geschaffen, die Basis für die Weiterentwicklung des Gemeinwesens gelegt, die Bürger von Anfang an beteiligt werden – alles unter dem Titel „Zukunft gemeinsam gestalten“.

„Wegen der Pandemie mussten wir den Plan zwar immer wieder anpassen, aber dennoch wurden wichtige Ziele erreicht“, sagt Bürgermeister Heiko Genthner und betont: Durch das Projekt habe man Ideen und engagierte Bürger gewonnen. „Wir sind dabei, die Strukturen zu schaffen, damit etwas Dauerhaftes entsteht.“ Das bestätigt Michaela Bruder, die das Netzwerk 60 plus leitet und das Projekt koordiniert hat. „Natürlich hat Corona die Beteiligung immer wieder unterbrochen“, sagt sie. So musste man etwa mitten im Projekt einen neuen Fahrplan erarbeiten, weil die Umsetzung des bestehenden unmöglich geworden war. Dennoch hat man es laut Bruder geschafft, Kontinuität zu erzeugen und bei Veranstaltungen kleine Arbeitsgruppen ins Leben zu rufen, die sich um selbst gesetzte Themen kümmern. Sie erinnert sich noch gut an die Anfänge des Projekts, als es noch kein Corona gab: Nachdem im November 2019 der Förderbescheid vorlag, tagte die Steuerungsgruppe, die aus Vertretern der Gemeinde, des Gemeinderats und der vier zivilgesellschaftlichen Partner Krankenhilfsverein, Diakoniestation mobiDik, VdK und Netzwerk 60 plus bestand. Damals hat man das Logo gestaltet und sich überlegt, wen aus der Gemeinde man in die Projektbegleitgruppe einladen könnte, die sich im Februar 2020 zum ersten Mal traf. Ende März hätte ein großes Bürgerforum stattfinden sollen. Doch dazu kam es nicht mehr: Der erste Lockdown war verhängt worden.

760_0900_121436_ROL_KATZ_GENTHNER_BRUDER.jpg
Region

Umfrage zeigt: Die Mehrheit fühlt sich wohl in Königsbach-Stein

Um die Bürger dennoch zu beteiligen, startete man im September eine Umfrage, an der 444 Personen teilnahmen. Das für Bruder wichtigste Ergebnis: 91 Menschen konnten sich eine Mitarbeit in einer Patenschaft vorstellen. Eine dazu für den November geplante Veranstaltung musste aber abgesagt werden. Wieder herrschte Leere und Pause. Doch man gab nicht auf: Die Steuerungs- und die Prozessbegleitgruppe trafen sich weiterhin übers Internet und schmiedeten die Idee, Sitzbänke aufzustellen und dafür bei den Bürgern um Standortideen und Spenden zu bitten. Eine Idee, die auch Bürgermeister Genthner im Wahlkampf hatte. Gemeinsam startete man im April 2021 einen Aufruf – und war laut Bruder von der „Wahnsinns-Beteiligung“ überwältigt.

Lenkungsgruppe will weitermachen

Bauhofleiter Stefan Giek konzipierte 13 Rundwege mit 77 Standorten, von denen 43 in absehbarer Zeit belegt werden können – und zwar dank der mehr als 16.000 Euro, die gespendet wurden. Der nächste große Schritt war im Juli ein Bürgerforum, bei dem interessierte Einwohner erste konkrete Ideen definierten. Später wurden sie weiter vertieft, etwa bei einem Sommerfest der Patenschaften und bei einer Werkstatt im Hasenheim, bei der sich vier Arbeitsgruppen mit Menschen bildeten, die bereit sind, sich auch weiterhin aktiv in das Projekt einzubringen. Auch, wenn der Förderzeitraum nun endet, soll das Projekt in der Lenkungsgruppe weitergeführt werden, die im Sommer aus Steuerungs- und Projektbegleitgruppe entstanden war.

760_0900_111320_ROL_DEMOGRAPHISCHER_WANDEL.jpg
Region

Im Rahmen des Förderprogramms „Quartier 2020“ will dieses Projekt Antworten auf den demografischen Wandel finden