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Schömberger Helfer bringen Asylbewerbern unseren Alltag ganz praktisch nahe. Beispielsweise mit einem Fahrrad-Workshop mit dem Oberlengenhardter Reto Lüscher. Privat/Martin Schott
Schömberger Helfer bringen Asylbewerbern unseren Alltag ganz praktisch nahe. Beispielsweise mit einem Fahrrad-Workshop mit dem Oberlengenhardter Reto Lüscher. Privat/Martin Schott
Rund 100 Eisinger wollten vergangene Woche in der Bohrrainhalle von Bürgermeister Thomas Karst (vorne von links), Ute Lutz mehr über den neuen „Arbeitskreis Asyl“ wissen. Elena Schwegler von „miteinanderleben“ steuerte Tipps und Erfahrungen bei.
Rund 100 Eisinger wollten vergangene Woche in der Bohrrainhalle von Bürgermeister Thomas Karst (vorne von links), Ute Lutz mehr über den neuen „Arbeitskreis Asyl“ wissen. Elena Schwegler von „miteinanderleben“ steuerte Tipps und Erfahrungen bei.
28.09.2015

Tüfteln an Asyl-Konzepten: Suche nach Unterkünften bleibt im Enzkreis eine Herkulesarbeit

Die Aufnahme der Asylbewerber sei eine der größten Herausforderungen der letzten Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, sagte Eisingens Bürgermeister Thomas Karst vergangene Woche. Er tat das mit Blick auf seine Gemeinde, wo erst ein Bürgerentscheid die Weichen für eine Flüchtlingsunterkunft bei der Schule gestellt hat.

Und für den Enzkreis insgesamt gilt das genauso. Nicht nur in Eisingen ist die Suche nach Wohnraum für die Neuankömmlinge kompliziert. Doch gerade dieses jüngste Beispiel zeigt auch: Ist ein Standort erst mal gefunden, wollen viele Bürger helfen. Zum Informationsabend des Arbeitskreises Asyl, der von Ute Lutz geleitet wird, der Gemeinde und des Vereins „miteinanderleben“ waren rund 100 Eisinger gekommen. Um Hilfsmöglichkeiten zu sondieren.

Bis es soweit ist, muss erst einmal geeigneter Wohnraum gefunden werden. In Remchingen hatte zuletzt ein Singener Unternehmer Platz für weit über 100 Asylbewerber anbieten wollen (die PZ berichtete). Direkt auf seinem Grundstück an der Meilwiesenstraße, unweit des geplanten und im Juli abgebrannten Asylbewerberheims. Daraus wird nun wohl nichts mehr. Das Landratsamt kommt nach einer ersten Stippvisite vergangene Woche zum Schluss, dass auf dem Gelände nur 20 Asylbewerber untergebracht werden können. In zehn Containern, die drei weiteren Gebäude mit insgesamt 450 Quadratmetern seien aus Brandschutzgründen nicht zu gebrauchen.

Der Unternehmer kann das nicht nachvollziehen und sagt: „Zehn Container machen wir nicht.“ Er hätte eher an 18 Container auf zwei Ebenen und eine weitere Fläche gedacht. Mehr versprochen hatte sich der Geschäftsmann auch finanziell. 60 Euro pro Asylbewerber habe ihm eine Mitarbeiterin des Landratsamts angeboten – pro Monat. Diese Zahl bestätigt auch die Pressestelle des Enzkreises. Allerdings nur für Wohnungen. Zu Containern könne man keinen Betrag nennen. Der angebotene Standort an der Singener Meilwiesenstraße werde weiter geprüft. Doch er sei „nicht hervorragend geeignet“, heißt es aus dem Landratsamt weiter.

Arbeitskreise arbeiten bereits vielerorts. Einfallsreich und engagiert. In Schömberg setzt eine solche Gruppe beispielsweise auf Workshops mit Flüchtlingen, die ganz praktisch Einblick in den Alltag vermitteln sollen. Zuletzt etwa arbeitete der Oberlengenhardter Fahrradexperte Reto Lüscher mit Männern aus Eritrea und Afghanistan in einer Fahrradwerkstatt: Räder wechseln, Schaltung richten, Bremsen einstellen. Die jungen Männer seien voll bei der Sache gewesen, so Gabriele Freimüller vom Arbeitskreis. Mehr lesen Sie am Dienstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

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