nach oben
In der damaligen Fechtabteilung war auch der spätere Sportkreisvorsitzende Gerhard Görlich (Zweiter von rechts) aktiv.
In der damaligen Fechtabteilung war auch der spätere Sportkreisvorsitzende Gerhard Görlich (Zweiter von rechts) aktiv.
Immer mit der Zeit gegangen – nie stehengeblieben: Auch im Jubiläumsjahr richtet der TBK wieder das Gaukinderturnfest aus. faulhaber
Immer mit der Zeit gegangen – nie stehengeblieben: Auch im Jubiläumsjahr richtet der TBK wieder das Gaukinderturnfest aus. faulhaber
Frauen und Kinder genossen beim TBK schon früh das volle Mitgliedsrecht: Auf den Vereinsfotos, hier die Turnerriege, fehlten sie in den ersten Jahrzehnten jedoch noch.
Frauen und Kinder genossen beim TBK schon früh das volle Mitgliedsrecht: Auf den Vereinsfotos, hier die Turnerriege, fehlten sie in den ersten Jahrzehnten jedoch noch.
30.03.2017

Turnerbund Königsbach feiert sein 125-jähriges Bestehen

Ganz schön alt geworden, aber erfreulich jung geblieben: Wer möchte das nicht gerne von sich behaupten. Der Turnerbund Königsbach (TBK) kann dieses Kompliment zweifelsohne für sich beanspruchen, begeht doch der größte Königsbacher Sportverein in diesem Jahr in bemerkenswerter Frische seinen 125. Geburtstag.

125 Jahre TBK beinhalten freilich nicht nur eine wechselvolle Vereinsgeschichte, sie spiegeln gleichzeitig das politische wie gesellschaftliche Geschehen in der Gemeinde wieder. Als „Arbeiter- Turn- und Sportbund“ wurde der Verein 1892 aus der Taufe gehoben, zu einer Zeit, als die meisten Arbeitervereine noch politisch geprägt waren. Von den Gründungsmitgliedern sind nur Karl Lamprecht, Theodor Bordné und Friedrich Teuscher bekannt.

Der Übungsbetrieb unterschied sich zwar nicht wesentlich vom Turnen in den bürgerlichen Vereinen, doch das gemeinsame Klassen- und Volksbewusstsein führte zu einem engeren Zusammenhalt. Frauen und Jugendliche genossen bereits volle Mitgliedsrechte, was ihnen in den bürgerlichen Vereinen noch verweigert wurde. Ob dies alles auch so für den Königsbacher Verein zutraf, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Allerdings finden sich auf den ältesten vorhandenen Fotos ausschließlich Turner. Turnerinnen waren erst einige Jahre später im Bild.

Der erste Übungsplatz des Vereins war eine Wiese in der heutigen Brühlstraße, auf der fleißig trainiert wurde, um Turnfeste in der näheren und weiteren Umgebung zu besuchen. So ist zum Beispiel dokumentiert, dass eine Männerriege am 11. Kreisturnfest in Freiburg vom 3. bis 5. August 1912 teilnahm. Im selben Jahr wurde auch eine Fußballabteilung etabliert. Zwischenzeitlich hat man den Turnplatz mehrfach verlegt, letztendlich auf einen Platz an der Walter-Rathenau-/Friedrich-Ebert-Straße. In den 1920er- Jahren wurde der Vereinsname in „Turnerbund Königsbach“ – zugehörig zum Arbeiter- Turn- und Sportbund geändert.

Anfang April des Jahres 1933 übernahmen die Nationalsozialisten das Kommando. Der Turnbetrieb wurde verboten, der Verein aufgelöst, das Eigentum beschlagnahmt und die Fahne verbrannt. Die Gemeindeverwaltung verkaufte von dem enteigneten Turnplatz Teile an mehrere Interessenten. Nach dem Krieg fanden sich die noch lebenden Mitglieder des 1933 verbotenen Vereins wieder zusammen. Der Turnbetrieb wurde neu aufgebaut, der alte Name wieder angenommen.

Mehr lesen Sie am Freitag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.