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Hat seine Bewerbung abgegeben: Alexander Giek will bei der Wahl am 24. Juli der neue Bürgermeister von Kämpfelbach werden. Aktuell leitet der 45-Jährige das Hauptamt der Gemeinde. 

Überraschung kurz vor Schluss: Hauptamtsleiter will Rathauschef in Kämpfelbach werden

Kämpfelbach. Die Bewerbungsfrist für das Bürgermeisteramt in Kämpfelbach ist zu Ende. Dass Thomas Maag und Gabriele Franziska Schüttler die Nachfolge von Amtsinhaber Udo Kleiner antreten wollen, ist bereits bekannt. Doch nun gibt es noch zwei neue Bewerber.

Einer von ihnen ist Lothar Lipsky, dessen Kandidatur allerdings erst am Montagabend bekannt wurde. Der andere ist Alexander Giek, der aktuell das Hauptamt leitet. "Mir macht die Arbeit hier in Kämpfelbach sehr viel Spaß", sagt der verheiratete dreifache Familienvater: "Ich habe einen guten Kontakt zum Gemeinderat, zu den Vereinen und natürlich zu den Bürgern."

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Ihm sei es wichtig, dass die Bürger am 24. Juli „eine richtige Wahl“ haben. Deswegen wolle er seine jahrelange Erfahrung als Verwaltungsfachmann zum Wohl der Gemeinde einbringen.

Seit März 2020 in Kämpfelbach

Nach einer Ausbildung zum Beamten des mittleren Diensts arbeitete der gebürtige Königsbacher als Sachbearbeiter in der Ausländerbehörde beim Enzkreis-Landratsamt, bis er 2011 zum Ordnungsamt der Stadt Karlsruhe wechselte, zunächst als Sachbearbeiter, dann als Teamleiter. 2012 nahm er an einem Qualifizierungslehrgang zum Aufstieg vom mittleren in den gehobenen Dienst teil.

Als Teamleiter beteiligte er sich an der Neustrukturierung der Ausländerbehörde und an der Einführung des elektronischen Aufenthaltstitels. 2014 wurde Giek Verwaltungsleiter der Ortsverwaltung Wolfartsweier und war dort als "Mädchen für alles" unter anderem für Personal, für die Ausarbeitung des Teilhaushaltsplans, das Ordnungsrecht, den Ortschaftsrat und die Koordinierung des Bauhofs zuständig.

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Im März 2020 kam er als Hauptamtsleiter nach Kämpfelbach – und kümmerte sich in den kommenden zweieinhalb Jahren zusammen mit Kleiner und mit Zustimmung des Gemeinderats um die Neuaufstellung des Rathausteams. Neben Personalangelegenheiten ist er unter anderem für die Kinderbetreuung in Kitas und Kernzeit, für das Ordnungsrecht, für die Kommunikation mit den beiden Grundschulen und für die Digitalisierung zuständig. Seine offizielle Berufsbezeichnung lautet "Gemeindeoberamtsrat".

Giek will Digitalisierung vorantreiben

Ein Titel, auf den er allerdings keinen großen Wert legt, denn: "Wichtig ist, was geleistet wird." Giek sagt, er sei über alle wesentlichen Projekte informiert, wolle das bisher Geschaffene erhalten und sinnvoll weiterführen. Er will mit den Bürgern reden, "aber man muss auch zuhören können". Der 45-Jährige gibt offen zu, nicht der größte Redner zu sein. "Ich bin eher ein Macher und packe lieber an." Trotzdem sei er ein geselliger Typ, der gern am Dorfleben teilnehme.

"Kämpfelbach ist eine schöne, lebens- und liebenswerte Gemeinde, die Traditionen und Brauchtum pflegt." Das will Giek erhalten – und die Gemeinde gleichzeitig behutsam in die Zukunft führen, immer mit Blick auf die Finanzen. Viele Bauprojekte stünden an, etwa das Sanierungsprogramm in Ersingen, das Neubaugebiet "Bell" in Bilfingen oder das zentrale Feuerwehrhaus, das für ihn "ganz oben auf der Liste" stehe.

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Die Digitalisierung der Verwaltung will er vorantreiben, um den Bürgern unnötige Gänge auf Ämter zu ersparen und Abläufe zu verschlanken. Die Verlässlichkeit der Kinderbetreuung will er erhalten und weiter ausbauen, etwa durch ein zentrales Anmeldeverfahren, das Eltern mehr Transparenz über freie Plätze und Trägern eine Entlastung bringen soll.

Nachhaltige Jugendarbeit und Klimaschutz im Vordergrund

Giek will sich für einen Ausbau der Ganztagesbetreuung an den Grundschulen einsetzen, eine nachhaltige Jugendbeteiligung starten und den Klimaschutz voranbringen, etwa durch E-Carsharing oder die Umstellung auf Ökostrom. Bei alldem ist es ihm wichtig, dass die Gemeinde schuldenfrei bleibt: Wo immer möglich, gelte es, Fördermittel an Land zu ziehen.

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Giek sagt, er könne gut mit Kritik umgehen "und gut damit leben, wenn jemand nicht meiner Meinung ist". Seit seiner Geburt lebt er in Königsbach-Stein, wo er sich ehrenamtlich beim Roten Kreuz engagiert, etwa beim Leeren der Kleidercontainer und bei Christbaumsammelaktionen. Bis zur Geburt seiner ältesten Tochter war er zehn Jahre Kassier bei den Naturfreunden und früher ein Jahr F-Jugendtrainer beim SV Königsbach.