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Für die Berufsolympiade „World Skills“ trainiert das japanische Team um Ryo Takezaki (von links), Taku Mogami und Yuhei Keno. Zusammen mit den Ausbildern Yohei Tsuge und Tsutomu Imagawa (vorne Mitte, von links) waren sie dieser Tage mit Volker Schwörer (Mitte hinten) und Karsten Feil vom Werkzeugbauer Kunzmann sowie Projektmanagerin Malin Hermann in Nöttingen.   Zachmann
Für die Berufsolympiade „World Skills“ trainiert das japanische Team um Ryo Takezaki (von links), Taku Mogami und Yuhei Keno. Zusammen mit den Ausbildern Yohei Tsuge und Tsutomu Imagawa (vorne Mitte, von links) waren sie dieser Tage mit Volker Schwörer (Mitte hinten) und Karsten Feil vom Werkzeugbauer Kunzmann sowie Projektmanagerin Malin Hermann in Nöttingen. Zachmann
14.07.2017

Übung macht den (Welt-)Meister

Beste Berufseinsteiger duellieren sich an Nöttinger Fräsmaschinen. Maschinenbauer stellt auch Trainingseinheiten für Berufsolympiade.

Auf eine ganz besondere Reise begeben sich demnächst 15 nagelneue Fräsmaschinen des Nöttinger Maschinenbauers Kunzmann: In Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, werden sich an ihnen die weltbesten Berufseinsteiger in den Bereichen Polymechanik und Ingenieurtechnologie duellieren. Der Berufswettbewerb „World Skills“ vereint vom 15. bis 18. Oktober die in ihrem Heimatland erfolgreichsten Teilnehmer aus über 50 Berufsbereichen von der Bäckerei über das Friseurwesen bis zur 3D-Programmierung und Medizin. Diese sollen dort vor einer internationalen Fachjury ihr außergewöhnliches Können unter Beweis stellen. „Das ist einerseits ein Kraftakt und eine logistische Herausforderung für uns, aber andererseits auch eine große Freude“, stellten die Kunzmann-Mitarbeiter Volker Schwörer und Karsten Feil fest. Nach London und Leipzig stellt das Unternehmen zum dritten Mal Maschinen im Millionenwert für den Weltwettbewerb und gleichzeitig den wochenlangen Auf- und Abbau sowie das entsprechende Training zur Verfügung.

Übung macht den Meister: Zwar haben die Teilnehmer noch keinerlei Ahnung, welche Aufgabenstellung sie innerhalb von vier Tagen möglichst schnell, aber auch hochpräzise und gleichzeitig in einem sicheren Arbeitsumfeld bearbeiten müssen – trotzdem lohnt es sich, die Funktionsweise der Maschinen in- und auswendig zu kennen und deren Programmiersprache zu lernen.

Japaner wollen gewinnen

So kamen vor wenigen Wochen zum Training die Landessieger aus China, Korea und aktuell aus Japan zu den Unternehmenspartnern Kunzmann und Weiler. „Auch wenn die deutschen Maschinen anders sind als unsere in Asien, hoffen wir, dass das japanische Team die Goldmedaille gewinnt“, verdeutlichte Taku Mogami auf Englisch. Der 22-Jährige, der nahe des viertgrößten japanischen Industriezentrums Nagoya lebt, arbeitet für den globalen Automobilzulieferer Denso. Zusammen mit seinen Kollegen Yuhei Keno und Ryo Takezaki tritt er in Abu Dhabi zur „Manufactoring Team Challenge“ an, um eine technische Skizze mit gegebenen Rohstoffen, den Kunzmann-Maschinen sowie selbst mitgebrachtem Werkzeug samt Messausrüstung in die Tat umzusetzen.

Während sie tagsüber in Nöttingen fleißig an der „WF 410 M“-Fräsmaschine trainieren, von deren Typ auch ein Modell in der Ausbildungswerkstatt der Pforzheimer Heinrich-Wieland-Schule steht, kommt der fachliche und landeskulturelle Austausch mit den deutschen Kollegen nicht zu kurz. Die Chancen für Taku stehen gut, schließlich holte in diesem Bereich schon bei den World Skills 2015 das japanische Team zusammen mit China die Goldmedaille, während deutsche Teilnehmer in den Bereich Sanitär- und Heizungsinstallation sowie Zimmerei siegten. „Durch die Altersbeschränkung auf 22, in manchen Bereichen 25 Jahre, stellen wir sicher, dass die Teilnehmer frisch aus der Ausbildung kommen und zeigen können, wie sie das Erlernte im Beruf umsetzen“, erklärte Malin Hermann, Projektmanagerin der World Skills Deutschland, die dem Training in Nöttingen einen Besuch abstattete, „Die Erfahrungen, die man im Zuge der Weltmeisterschaften sammelt, prägen das Leben der Teilnehmer – egal, welchen Platz man am Ende erreicht, sie haben anschließend allesamt ihren Weg gemacht.“ Nicht zuletzt die Anspannung, die auch unter den tausenden Zuschauern zu spüren sei und für die die 38-köpfige deutsche Nationalmannschaft ein spezielles mentales Coaching bekomme, bringe einen Lerneffekt und helfe den Teilnehmern, auch im Beruf später stets einen kühlen Kopf zu bewahren.