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Am Pforzheimer Wildpark hat Sturmtief "Egon" einen Baum umgeworfen, der das Gehege der Wildtiere beschädigte. © Privat
Zwei große Werbetafeln an der Jahnstraße waren wegen des Sturmtiefs "Egon" einfach umgekippt und begruben ein Auto unter sich. Die Polizei eilte am Morgen zu der Gefahrenstelle. © Becht
Die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr mussten in der Region zahlreiche Male ausrücken. © Symbolbild PZ
13.01.2017

Umgestürzte Bäume, abgefegte Dächer: Rund 130 Einsätze für Polizei und Feuerwehr wegen Sturmtief „Egon“

Pforzheim/Enzkreis/Kreis Calw/Kreis Karlsruhe. Die Nacht zum Freitag war äußerst ereignisreich für die Polizei und die Feuerwehren der Region und darüber hinaus: Rund 130 Mal wurden die Rettungskräfte wegen des starken Sturmes „Egon“ und seiner Auswirkungen im Bereich des Polizeipräsidiums Karlsruhe zu Einsätzen gerufen.

„Seit 1 Uhr sind wir kontinuierlich ausgerückt“, bestätigte ein Sprecher der Integrierten Leitstelle in Pforzheim. Allein mehr als 50 Mal eilten die Einsatzkräfte im gesamt Gebiet des Polizeipräsidiums Karlsruhe zu umgestürzten Bäumen, die den Straßenverkehr einschränkten – ein Baum war beispielsweise auf die Bahnstrecke zwischen Pforzheim und Horb etwa auf Höhe von Dillweißenstein gefallen. Der Zugführer konnte nicht mehr rechtzeitig stoppen und durchbrach den Baum. Dabei wurde der Tank der Lok aufgerissen und 150 Liter Diesel traten aus. Die Fahrgäste – es waren vier an der Zahl – mussten von der Bundespolizei evakuiert werden. Die Strecke war am Morgen wegen der Aufräumarbeiten noch gesperrt. An einer anderen Stelle der Bahnstrecke, dort wo sich früher die Haltestelle Dillweißenstein befand, liefen am Vormittag Aufräumarbeiten wegen umgestürzter Bäume am Bahngleis.

Sturmtief Egon hinterlässt Schäden in der Region

In Pforzheim sind laut Feuerwehr neben den umgestürzten Bäumen auch Schilder oder Werbetafeln Opfer des Windes geworden. An der Jahnstraße in der Nähe der Brauerei Ketterer kippten beispielsweise zwei große Werbetafeln um und begruben ein Auto unter sich. Die Polizei sicherte am Freitagmorgen die Gefahrenstelle. Am Lohwiesenhof in Huchenfeld kippte eine Statue um. Der sogenannte „Keibe“ war damals im Rahmen eines Radio-Wettbewerbs aufgestellt worden. In Neuweiler im Kreis Calw war ein Baum auf ein Hausdach gefallen, glücklicherweise gab es keine Verletzten.

Gegen 0.50 Uhr kam es im Ortsbereich von Walzbachtal-Wössingen zu einem Stromausfall, in Neulingen-Bauschlott stürzte gegen 0.55 Uhr sturmbedingt ein Baugerüst um und beschädigte das Nachbarhaus. Der Schaden wird auf etwa 1.000 Euro geschätzt.

In Pforzheim an der Straße im Baumbusch beschädigte gegen 3.50 Uhr eine abgerissene Lkw-Plane ein geparktes Auto. Hier liegt der Schaden bei 3.000 Euro. An der Erbprinzenstraße flogen gegen 7.05 Uhr Dachziegel auf ein Fahrzeug und verursachten einen Schaden von etwa 5.000 Euro.

Auch im Pforzheimer Wildpark richtete der „Egon“ einen Schaden an: Bäume stürzten um und beschädigten die Gehege der Wildtiere.

Bildergalerie: Sturm "Egon" fegt über die Region

In Waghäusel im Landkreis Karlsruhe fegte „Egon“ die Dächer von etwa 60 Containern einer Asylsiedlung ab. Rund 150 Menschen mussten laut Polizei evakuiert werden. Weil Reste des Dachs herunterfallen könnten, wurden die Bewohner aus der Siedlung gebracht. Sie konnten in einem unbelegtes Haus in der direkten Nachbarschaft untergebracht werden, wo laut Polizei Feldbetten und Matratzen bereitgestellt wurden. Verletzt wurde niemand. Der Sachschaden beläuft sich auf rund 80 000 Euro. Wann die Container wieder bewohnbar sind, konnte die Polizei noch nicht sagen.

In Karlsruhe-Durlach an der Weiherstraße stürzte um 6.05 Uhr ein Baum und beschädigte fünf Fahrzeuge im Hinterhof eines Privatgrundstücks. Die Schadenshöhe ist hier noch nicht bekannt. Weiterer Schaden von 8.000 Euro war um 6.35 Uhr in der Karlsruher Moltkestraße entstanden, als ein Bauzaun auf parkende Fahrzeuge stürzte.

Weitere Gefahren waren laut Polizei durch umherfliegende Müllsäcke, durch verschobene Müllcontainer und umgestürzte oder verschobene Bauzäune zu verzeichnen. Die Ordnungshüter warnen in diesem Rahmen alle Autofahrer, besonders vorsichtig zu fahren. Am besten sei es, immer auf der Hut zu sein, um bei sturmbedingt auf die Fahrbahn gefallenen Gegenständen schnell abbremsen zu können. Die offizielle Sturmwarnung gilt laut Polizei noch bis 14 Uhr, allerdings, so ein Sprecher des Polizeipräsidiums Karlsruhe am frühen Morgen, flaue der Sturm langsam bereits ab.

In Baden-Württemberg musste die Polizei nach Informationen aller 12 Polizeipräsidien insgesamt mehr als 500 Mal ausrücken.

PZ-news hält Sie zu den Entwicklungen rund um "Egon" in der Region weiterhin auf dem Laufenden.

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