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Verkehrskarten, Umleitungspläne: Oliver Müller (rechts) und Joachim Santos vom Verkehrsamt des Enzkreises müssen viele Umleitungen im Blick behalten. Foto: Seibel
Verkehrskarten, Umleitungspläne: Oliver Müller (rechts) und Joachim Santos vom Verkehrsamt des Enzkreises müssen viele Umleitungen im Blick behalten. Foto: Seibel
04.11.2016

Umleitungen werden länger: Fahrer verzweifeln an weiterer Sperrung von Langenbrand nach Höfen

Enzkreis/Pforzheim/Kreis Calw. Diese Woche kommt es ganz dick für die Autofahrer aus dem Raum Engelsbrand. Wollen sie aus den Ortsteilen der Gemeinde nach Höfen an der Enz, müssen sie eine riesig lange Umleitung nehmen. Seit drei Wochen ist die Grösseltal-strecke von Engelsbrand zur B 294 bei Neuenbürg zu, die Bundesstraße bei Neuenbürg ist weiter voll gesperrt, und bis zum Samstag steht jetzt auch die Straße vom Langenbrander Kreisel nach Höfen nicht mehr zur Verfügung.

25 Kilometer lange Umleitung

Das aktuelle Baustellen-Kuddelmuddel zwingt die Fahrer auf eine fürwahr weiträumige Ausweichstrecke. Die Straße von der Langenbrander Höhe ins Höfener Tal ist rund vier Kilometer lang – die Umleitung über Schömberg, Oberreichenbach, Calmbach nach Höfen hat es mit rund 25 Kilometer Länge aber in sich. „Manche Gäste und Lieferanten rufen verzweifelt an, weil sie an einem Baustellenschild nicht mehr weiter wissen, sie fragen uns, wie sie zu unserem Gasthaus kommen können“, erzählt Peter Strohecker, der mit seiner Frau in Neuenbürg das Wanderheim am Schlossberg führt. Der Gastwirt pendelt drei, vier Mal am Tag zwischen seiner Wohnung in Höfen und dem Restaurant in Neuenbürg – und verzweifelt.

Oliver Müller, Leiter des Enzkreis-Verkehrsamts, und Joachim Santo von der Straßenverkehrsbehörde wissen um die Belastungen für Autofahrer. „Klar, wir verstehen es, dass sich Autofahrer ärgern und dass Pendler belastet werden, weil sie noch mehr Zeit für die Fahrt zum Betrieb benötigen“, sagt Müller.

Die Planung von Umleitungen sei kompliziert. Der Enzkreis habe aber die Forstarbeiten im Grösseltal und die wochenlange Sperrung der Strecke „den Verkehrsbehörden für die Region schon vor über einem Jahr angekündigt“, sagt Joachim Santos. Im November 2015 habe eine große Runde – „wie das jährlich üblich ist“ – mit Landkreisen, dem Regierungspräsidium (RP), der Polizei und Nahverkehrsvertretern über geplante Baumaßnahmen und nötige Umleitungen diskutiert. Das sei bei einer Sitzung im Frühjahr verfeinert worden.

Knifflige Planung

Die Forstämter hätten für Rodungen nur einen schmalen Zeitkorridor, so Oliver Müller. Außerdem gehe es um die Verkehrssicherheit, wenn Bäume auf die Straße zu fallen drohen. Das sei wohl auch der Grund, warum der Kreis Calw die Straße von Langenbrand nach Höfen kurzfristig sperren musste.

Zudem müssten heute Straßen oft voll gesperrt werden – „wo früher noch eine halbseitige Sperrung reichte“, sagt Joachim Santos. Zum Beispiel habe sich der Arbeitsschutz für Bauarbeiter verschärft, aus Sicherheitsgründen seien jetzt größere Abstände vom Verkehr vorgeschrieben.

Bei den Bundesstraßen, für die das RP verantwortlich zeichnet, müsse das Land abwarten, wann der Bund das Geld für Sanierungen freigibt. So zeichne sich ab, dass im kommenden Jahr die B 10 zwischen Wilferdingen, dem Sperlingshof und dem Ersinger Kreuz ausgebessert werden muss. Wann genau der Umbau beginne und die Bundesstraße in diesem Abschnitt zu ist, stehe zurzeit noch nicht fest.

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