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Im Labor wird die Probe analysiert werden. Der Betroffene behauptet, es habe sich nur um harmlose Lötwasserreste gehandelt. Symbolbild: dpa
Im Labor wird die Probe analysiert werden. Der Betroffene behauptet, es habe sich nur um harmlose Lötwasserreste gehandelt. Symbolbild: dpa
14.03.2018

Umweltalarm in Ellmendingen: Lötwasserreste oder doch was Schlimmes?

Keltern-Ellmendingen. Zu einem Einsatz von Polizei und Feuerwehr ist es am Dienstagabend in der Ortsmitte von Ellmendingen gekommen. Die Einsatzkräfte waren alarmiert worden, um dem Hinweis nachzugehen, dass möglicherweise gefährliche Flüssigkeiten illegal in die Kanalisation eingeführt worden waren. Tatsächlich konnte ein kleiner Behälter sichergestellt werden. Laut Polizeipräsidium Karlsruhe würden die darin befindlichen Reste nun analysiert.

Wie Sprecherin Marion Kaiser vom Polizeipräsidium erläutert, wird die Probe auf dem Postweg eingehen und dort von den Fachleuten für Gewerbe und Umwelt analysiert werden. Dies könne aber einig Zeit in Anspruch nehmen. Die Flüssigkeit sei über einen Gully in die Kanalisation gelangt. Der Verdächtige habe angegeben, es handele sich um eine ungefährliche Flüssigkeit – und zwar um Lötwasserreste. Laut dem stellvertretenden Kelterner Feuerwehrkommandanten Patrick Wurster war die Abteilung Ellmendingen nach einer Alarmierung durch die Leitstelle mit zwei Einsatzkräften vor Ort. Man sei auf die bereits ermittelnden Polizisten getroffen, die angegeben hätten, dass der Fall von ihnen weiter untersucht werde. Aus Feuerwehrsicht, so Wurster, habe es sich um einen Bagatellfall gehandelt.

Zum Vorgang selbst und zur Flüssigkeit könne die Freiwillige Feuerwehr Keltern keine Aussagen treffen. Die Redaktion fragte Patrick Wurster auch in seiner Eigenschaft als Fachkraft für Abwassertechnik beim Klärwerk. Der Experte bestätigte der Redaktion, dass beim in Frage kommenden Zeitraum ein Ausschlag im Klärwerk registriert worden sei. Diese Information hatte am Mittwoch auch die Gerüchteküche in Keltern befeuert, worauf ein Leser die Redaktion ausdrücklich hinwies. Bei der Zuleitung zum Klärwerk, so Wurster, würde der ph-Wert gemessen. Allerdings habe es auch davor bereits einen Ausschlag gegeben. Es könne also weder gesagt werden, dass die Ausschläge etwas mit der Tat zu tun hätten, noch könne eine Aussage darüber getroffen werden, welche Stoffe dazu geführt hätten. Auf jeden Fall, so der Experte, wären Messungen am Dienstagabend direkt in der Kanalisation keinesfalls zielführend gewesen. Aufgrund der wetterbedingten Regenmengen sei der Kanal voll gewesen. Entsprechend hoch sei der Verdünnungseffekt gewesen.