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Der Eingang zum alten Eisinger Loch: Die Ortsgruppe Pforzheim der Bergwacht Schwarzwald und das DRK Neulingen führten hier 2008 eine gemeinsame Rettungsübung durch. Foto: Dietrich
Der Eingang zum alten Eisinger Loch: Die Ortsgruppe Pforzheim der Bergwacht Schwarzwald und das DRK Neulingen führten hier 2008 eine gemeinsame Rettungsübung durch. Foto: Dietrich
Wie die Bergsteiger: Bei ihrer Übung säuberten Bergwacht und DRK auch das neue Eisinger Loch. Foto: Dietrich
Wie die Bergsteiger: Bei ihrer Übung säuberten Bergwacht und DRK auch das neue Eisinger Loch. Foto: Dietrich
08.01.2017

Und plötzlich tat sich die Erde auf: 50 Jahre Eisinger Loch

Eisingen/Neulingen. Vor gut 50 Jahren entstand das 47 Meter tiefe, neue Eisinger Loch. Ein Schäfer entdeckte den Erdrutsch, der heute als Naturdenkmal geschützt ist.

Es ist gut ein halbes Jahrhundert her, genauer gesagt war es am Vormittag des 15. Dezember 1966, als der Schäfer Karl Böhringer aus Emmabeuren (heute Gemeinde Heroldstatt, Alb-Donau-Kreis) rund 60 Meter neben dem kartographisch erfassten, berühmt gewordenen Eisinger Loch aus dem Jahre 1527 einen neuen Erdeinbruch entdeckte. Etwa zehn Kilometer nördlich von Pforzheim befinden sich die beiden Einsturzdolinen zwischen Eisingen und Neulingen. Beide Geotope bilden eindrucksvolle Karstformationen und sind seit 1985 als Naturdenkmal ausgewiesen.

Die Aufmerksamkeit des Schäfers hat dazu beigetragen, ein Unglück zu verhindern. Selbst ihm ist erst im letzten Augenblick die Öffnung aufgefallen und damit die Lebensgefahr bewusst geworden, in der er sich befand. Eisingens Bürgermeister Max Kölle und drei Polizeibeamte besuchten am selben Tag die Einbruchstelle, um sich ein Bild von dem Ausmaß machen zu können. Rund 5,5 mal 3,5 Meter maß die runde Öffnung im Erdreich, die Tiefe wurde später auf etwa 47 Meter ermittelt. Doch das Heimtückische des Einbruchs zeigte sich nach genauer Betrachtung: Kurz unterhalb der eingebrochenen Grasnarbe auf freiem Feld weitete sich das Loch zu einem Durchmesser von rund zehn Metern aus. Der Krater verlief in einer Erdspalte, in südlicher Richtung, in der die Bodenmassen verschwunden waren. Liegend hatten sich die Polizisten bis an den Rand der Öffnung vorgeschoben, um sich ein Bild machen zu können.

Das neue Eisinger Loch hatte 1975 eine Länge von 14 Metern und eine Breite von sieben Metern, der sich als schlauchförmiger Hohlraum bis auf eine Tiefe von 45 Metern nachweisen ließ. Der Boden des neuen Eisinger Loches wird von nachrutschenden Geröllmassen gebildet, die laufend von oben nachbrechen. Denn inzwischen füllt sich das Loch mit herabfallenden Steinen.

Im neuen Eisinger Loch ist deutlich zu erkennen, dass der Einbruch in einer geotektonischen Störungszone liegt. Auf der einen Seite liegen Schichten des Keuper obenauf, auf der anderen Seite die viel älteren Schichten des Muschelkalk. Bei einem Dienstabend der Bergwacht Schwarzwald, Ortsgruppe Pforzheim, und des DRK Neulingen, erfolgte am 28. Mai 2008 eine Rettungsübung am alten Eisinger Loch. Anschließend wurde das neue Eisinger Loch geputzt, welches längst von Bäumen umgeben ist. Dabei gelangten die Helfer mittels Seilen bis auf den Grund und holten einen halben Anhänger voll Müll heraus.