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Die Feuerwehr beseitigte die gefährliche Chemikalie von der Straße. Verletzt wurde niemand. © Ketterl
Nicht lange blieb die Salzsäure in diesem Fass. Die Feuerwehr musste das Fass in einen sicheren Behälter umladen. © Ketterl
Salzsäure ist in Birkenfeld ausgelaufen. Die Straßen mussten gereinigt und ein leckes Fass umgeladen werden. © Ketterl
13.10.2015

Undichtes Fass: Salzsäure fließt von Lkw auf Birkenfelder Straßen

Ein Lastwagen fuhr am Dienstag gegen 10.30 Uhr über Birkenfelds Ortsdurchfahrt hinunter Richtung Bundesstraße im Enztal, als das Unglück seinen Lauf nahm. Hinten im Fahrzeug war ein 200-Liter-Metallfass untergebracht, das nach ersten Erkenntnissen der Feuerwehr der eingefüllten Flüssigkeit schlicht nicht gewachsen war.

Bildergalerie: Chemieunfall in Birkenfeld: Salzsäure fließt von Lkw

Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen handelte es sich bei der Substanz vermutlich um eine Salpetersäure-Mischung die in einem, eigentlich für Kühlflüssigkeit vorgesehenen Metall-Fass transportiert wurde. Der Säuregehalt beschädigte das Material des Transportbehältnisses, so dass es zum Austritt der darin enthaltenen Flüssigkeit kam. Kreisbrandmeister Christian Spielvogel meint jedenfalls, dass die Säure das dafür ungeeignete Fass zersetzt habe. Die Chemikalie lief auf die Bahnhof- und die Hohwiesenstraße aus, die sich in der scharfen Kehre der Ortsdurchfahrt treffen. Andere Verkehrsteilnehmer hatten den Fahrer auf den Flüssigkeitsverlust aufmerksam gemacht. Der 35-Jährige stoppte sofort und verständigte Feuerwehr und Polizei.

Die Feuerwehr Birkenfeld kämpfte mit 22 Einsatzkräften dagegen an, dass jemand mit der Säure in Berührung kommt oder dass sie in den Kanälen verschwindet. Unterstützt wurden die Birkenfelder, deren Truppe in Sachen heikle Stoffe gut ausgebildet ist, von neun Spezialisten des Gefahrstoffzugs aus Pforzheim. Die Zusammenarbeit habe „Hervorragend geklappt“, lobt Spielvogel. Das leckende Fass wurde in einem speziellen Behälter gesichert, die ausgelaufene Säure mit Chemikalienbinder aufgenommen und in ein sicheres Behältnis geschafft.

Die Einsatzkräfte des DRK mit seinen Birkenfelder Helfern vor Ort und des ASB mussten nicht eingreifen. Verletzte gab es bei dem Chemieunfall nicht. Jetzt sind Ermittler der Abteilung Gewerbe/Umwelt des Polizeipräsidiums Karlsruhe am Zug. Sie müssen nun herausfinden, wie es zu dem Unglück kommen konnte und ob es sich um eine Umweltstraftat handelt.

Nach Mitteilung der Polizei ist klar, dass das Fass, das von der Säure zerstört wurde, eigentlich für den Transport von Kühlflüssigkeit vorgesehen war. Auch der Fahrer war nach PZ-Informationen davon ausgegangen, dass er Kühlmittel an Bord hatte. Und Kreisbrandmeister Christian Spielvogel sagt, die Frachtpapiere hätten jedenfalls keinen Aufschluss über den tatsächlichen Stoff in dem Fass gegeben.

Ist versehentlich die falsche Flüssigkeit in das Fass eingefüllt worden? Auch dieser Frage gehen die Ermittler nach. Spielvogel weist darauf hin, dass es klare rechtliche Vorschriften darüber gibt, welche Gefahrenstoffe in welchen Mengen und in welcher Weise transportiert werden dürfen. Die Fahrzeuge müssen entsprechend gekennzeichnet, die Fahrer besonders geschult sein. Ob die Straße Schäden abbekommen hat, wird ebenfalls noch geprüft. Während der Bergungs- und Reinigungsarbeiten auf der viel befahrenen Durchgangsstraße kam es zu größeren Verkehrsbehinderungen. Der Verkehr wurde umgeleitet.