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Mit 50 Sachen kracht der in Remchingen-Singen geborene Stuntman Marco König gegen einen Kleinwagen, der zur Seite kippt.
Mit 50 Sachen kracht der in Remchingen-Singen geborene Stuntman Marco König gegen einen Kleinwagen, der zur Seite kippt. © Bechtle
23.09.2008

Unfall zur Abschreckung: Stuntman Marko König simuliert Crash

REMCHINGEN. Mit Tempo 50 kracht auf einer Remchinger Straße ein Opel in einen Seat. In diesem Fall sitzt allerdings ein Stuntman am Steuer. Vor Schülern wurde demonstriert, wie heftig ein Unfall schon bei dieser Geschwindigkeit ist.

Ein lauter Knall und plötzlich fliegt ein Auto durch die Luft. Dabei war Stuntman Marko König in seinem Opel nur 50 Stundenkilometer schnell, als er einen Kleinwagen auf der Fahrerseite rammte. Dem einen oder anderen Zuschauer stockt der Atem angesichts der Kräfte, die dort auf einer Kreuzung in Remchingen-Wilferdingen sichtbar werden.

Dieser Anblick bietet sich für Polizei, Rotes Kreuz und Feuerwehr in letzter Zeit oft in der Region. Die Zahl der Unfalltoten in Pforzheim und im Enzkreis ist im Vergleich zum Vorjahr enorm gestiegen. Oft sind es junge Fahrer, die Unfälle verursachen. Deshalb hat die Polizei im Juli in Pforzheim einen Verkehrssicherheitstag für Schüler veranstaltet. Dieses Konzept wird wie jetzt in Remchingen weiter verfolgt. „Wir hoffen, dass die Jugendlichen selbst ihr Schutzengel sind“, sagt Dietmar Grusenik, Erster Polizeihauptkommissar aus Pforzheim. Nur wenn die jungen Leute die Folgen von überhöhter Geschwindigkeit, Fahren ohne Gurt und von Alkohol im Verkehr erleben würden, könnten sie diese Erfahrungen an Freunde weitergeben.

Vor diesem Hintergrund fand auch die Stuntshow mit Marko König statt. Im Rahmen des „Arbeitssicherheits- und Gesundheitstages“ des Automobilzulieferers Johnson Controls Automotive Electronics demonstrierte König, wie heftig ein Zusammenstoß schon innerorts sein kann. Polizei, DRK und Feuerwehr Remchingen simulierten vor großem Publikum die Rettungskette, die nach einem Unfall anläuft.

Stuntman König unterstützt seit vielen Jahren zusammen mit dem ADAC die Prävention von Unfällen und Gewalt. Der Arbeitssicherheitstag bei Johnson Controls richtete sich an Firmenmitarbeiter und Schulklassen. Fragte man Jugendliche vor dem Crash, was sie an Folgen bei Tempo 50 erwarten, herrschte oft Achselzucken. „Beide Autos werden halt kaputt sein“, vermutete ein 15-Jähriger. Er hat zwar schon Erfahrungen mit Promillebrille, Gurtschlitten und Fahrsimulator gemacht – den simulierten Unfall unterschätzte er trotzdem. „Der Crash war wesentlich krasser als ich gedacht habe“, stellt hinterher auch ein anderer Schüler fest. Auch junge Männer, die bereits den Führerschein haben, regt das Spektakel zum Nachdenken an: „Es gibt einem zu denken“, sagt einer, „man muss echt manchmal runter vom Gas.“ Immerhin waren bei dem nachgestellten Unfall 15 Feuerwehrleute, zwei Rettungswagen und eine Polizeistreife vor Ort, um das Auto von Stuntman König aufzuschneiden und den Fahrer zu bergen.