nach oben
Begeistert von der Ausstellung: Künstler Janusz Czech (von links) , Georg Jonczyk, Leiter der Aids-Hilfe Pforzheim, Landrats-Vize Wolfgang Herz, Renate Thon, Vorsitzende der Aids-Hilfe Pforzheim und ihre Stellvertreterin Iris Augenstein. Foto: Fux
Begeistert von der Ausstellung: Künstler Janusz Czech (von links) , Georg Jonczyk, Leiter der Aids-Hilfe Pforzheim, Landrats-Vize Wolfgang Herz, Renate Thon, Vorsitzende der Aids-Hilfe Pforzheim und ihre Stellvertreterin Iris Augenstein. Foto: Fux
02.12.2015

Ungewöhnliche Foto-Ausstellung „Positiv-Negativ“ zum Thema Aids im Landratsamt

Passend zum Welt-Aids-Tag und zum 30-jährigen Jubiläum der Aids-Hilfe Pforzheim wurde am Dienstagabend die ungewöhnliche Ausstellung „Positiv-Negativ“ in der Eingangshalle des Landratsamtes eröffnet. Zu sehen sind 23 Schwarz-Weiß-Fotografien des Pforzheimer Künstlers Janusz Czech. Das Besondere: Einige der im klassischen Schwarz-Weiß-Format porträtierten Menschen tragen das HI-Virus in sich, andere nicht. Man sieht es den Menschen – wie im richtigen Leben – eben nicht an, ob sie HIV-Positiv oder HIV-Negativ sind.

Der Künstler belässt es bei der zugesicherten Anonymität der Fotografierten. Der Betrachter bekommt keine Auflösung. Und dies ist auch gut so, denn es geht um die Menschen und nicht um ein Stigma oder gar um Ausgrenzung. „Es ist nicht wichtig zu wissen, ob sie HIV-Positiv oder Negativ sind“, betont der Künstler bei der Ausstellungseröffnung und verweist auf eine Mischung. Czech grenzt nicht aus. Ihm geht es um Öffentlichkeit und Konfrontation, um das Thema HIV und Aids, das medial in den Hintergrund gerückt ist. „Das Projekt, das es seit 2011 gibt, ist fortlaufend und jeder, der Interesse hat, kann Teil davon werden“, betont der Fotograf. Doch der Künstler Janusz Czech berichtet auch davon, dass einige, die ihre Zusage gegeben hatten, wieder Abstand nahmen, weil sie beispielsweise Angst um ihre Arbeitsstelle haben.

Auch Renate Thon, Vorsitzende der Aids-Hilfe Pforzheim, die ihr 30-jähriges Bestehen feiert, verweist auf Leid und Stigma der Betroffenen, auf lebenswichtige Medikamente, aber auch auf einen Rekord-Anstieg von Neuinfektionen in Europa. In Deutschland sei ein Anstieg von sieben Prozent zu verzeichnen. „Weltweit leben etwa 35 Millionen Menschen mit HIV – jährlich kommt es zu rund 2,1 Millionen Neuinfektionen, davon etwa 240000 bei Kindern. Mit fast 70 Prozent aller Neuinfektionen ist Afrika südlich der Sahara am stärksten betroffen“, betont Landrats-Vize Wolfgang Herz. Mehr lesen Sie am Donnerstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.