nach oben
Nach der Messerstecherei in Schwann hat die Polizei vier Tatverdächtige ermittelt.
Nach der Messerstecherei in Schwann hat die Polizei vier Tatverdächtige ermittelt.
08.03.2011

United Tribuns-Mitglieder stechen Black-Jacket-Mitglied in den Bauch: Vier Tatverdächtige verhaftet

STRAUBENHARDT. Nicht mehr nur Pforzheim wird inzwischen Schauplatz für Auseinandersetzungen zwischen rivalisierende Banden, sondern auch die Region. Das nimmt ein blutiges Ende — selbst dann, wenn die Mitglieder offenbar nichts von ihrer unterschiedlichen Zugehörigkeiten wissen. In Straubenhardt-Schwann ging am 26. Februar ein Mitglied der United Tribuns bei einem Drogendeal mit einem Messer auf einen Straubenhardter los.

Dieser gehört den rivalisierenden Black Jackets an. Die Kriminalpolizei hat nun vier Männer festgenommen. Das gab die Polizei gestern bekannt.

Nach den bisherigen Ermittlungen traf sich ein 26-Jähriger aus Straubenhardt mit zwei Stuttgartern, (21 und 24), um von ihnen Drogen zu kaufen. Als Vermittler für den Deal fungierte ein 22-jähriger Pforzheimer. Er fädelte das Geschäft ein, bei dem auf einem Parkplatz in Schwann Betäubungsmittel im Wert von 5000 Euro den Besitzer wechseln sollten.

Am Treffpunkt geriet der 26-jährige Straubenhardter jedoch in eine Falle. Die Kriminalpolizei geht davon aus, dass die Dealer von Anfang an geplant hatten, das Geschäft platzen zu lassen und dem Straubenhardter das Geld zu stehlen. Denn als das Opfer die vereinbarten 5000 Euro zeigte, stach der 21-jährige Stuttgarter ohne Vorwarnung mit einem Messer zu und traf den Straubenhardter in den Bauch. Der Stuttgarter nahm dabei in Kauf, dass sein Opfer sterben könnte. Das Leben rettete dem 21-Jährigen möglicherweise sein Pfefferspray. Mit diesem setzte er sich gegen seinen Angreifer zur Wehr. Ein Freund brachte den Verletzten schließlichins Krankenhaus Neuenbürg, wo er sofort operiert wurde.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Tätern nun neben den Verstößen gegen das Betäubungsmittelrecht auch versuchten Mord und schweren Raub vor. Die Beschuldigten haben sich bislang nur teilweise zu den Vorwürfen geäußert. Den Vermittler aus Pforzheim konnte die Polizei schon am Tag nach der Tat festnehmen. Die übrigen Beschuldigten wurden gestern dem Haftrichter vorgeführt. Dazu gehört auch ein 35-jähriger Wiernsheimer, der geholfen hatte, den Deal einzufädeln. Der 21-jährige Stuttgarter wurde beim Amtsgericht Stuttgart vorgeführt. Dort wurde er bereits wegen eines anderen Vorfalls gesucht.

Die beiden Stuttgarter gehören den dortigen United Tribuns an, während der Geschädigte zu den Black Jackets Pforzheim gehört. Dass diese Rivalität der Grund für die Messerattacke war, schließen die Ermittler jedoch derzeit aus. Die Täter haben offenbar nicht gewusst, dass ihr Opfer zu den Black Jackets gehörte. pol

Leserkommentare (0)