nach oben
Aus Lärchenholz entsteht unter den Augen des alten Müllermeisters Günther Mönch (rechts im Gespräch mit Handwerkern) das neue Mühlrad.
Aus Lärchenholz entsteht unter den Augen des alten Müllermeisters Günther Mönch (rechts im Gespräch mit Handwerkern) das neue Mühlrad.
Ein Stück Mühlenromantik ist das über 40 Jahre alte Wasserrad an der Unteren Kapfenhardter Mühle. Nun wird es durch ein neues ersetzt. Fotos: privat
Ein Stück Mühlenromantik ist das über 40 Jahre alte Wasserrad an der Unteren Kapfenhardter Mühle. Nun wird es durch ein neues ersetzt. Fotos: privat
10.07.2017

Untere Kapfenhardter Mühle erhält einen neuen Hingucker

Bei den Besuchern der „Unteren Kapfenhardter Mühle“ ist es das Fotomotiv Nummer eins: das alte Wasserrad, mit seinem Durchmesser von sieben Metern. Ende der 1970er-Jahre war es binnen nur eines Tages an die Stelle seines Vorgängers gesetzt worden. Müllermeister Günther Mönch hatte das Rad anschließend wieder in Betrieb genommen.

Nun aber neigt sich die Zeit der alten Technik dem Ende entgegen. Auch das Wasser des Reichenbachs haben dem aus Holz errichteten Rad nach über vier Jahrzehnten ziemlich zugesetzt. Günther Mönchs Sohn, der heutige Müllermeister Eckhard Mönch, musste den großen Hingucker deshalb abschalten.

Handwerksarbeiten im Hof

Der Ersatz ist freilich dieser Tage in Arbeit. Besucher im Kapfenhardter Tal, das zwischen den Gemeinden Schömberg und Unterreichenbach liegt, können derzeit beobachten, wie im Hof der Unteren Kapfenhardter Mühle an einem neuen Wasserrad gewerkelt wird. Vorbild ist dabei Technik, die bereits im 4. und 3. vorchristlichen Jahrhundert von griechischen Ingenieuren erfunden wurde. Im Gegensatz zu früher haben die Wasserräder in den heutigen industriellen Regionen kaum noch eine wirtschaftliche Bedeutung, teilt die Untere Kapfenhardter Mühle mit. Bereits 1962 wurde dort daher die komplette Mahleinrichtung in einem neuen Gebäude nach neuestem Stand untergebracht. Aus der alten Mühle wurde ein „Gasthof-Hotel“.

Indem das alte, große Mühlrad seinen angestammten Platz behalten durfte, bedeutete das also eher ein Stück Mühlenromantik – wenn auch eines mit neuer Funktion. Günther Mönch hatte bereits 1979 eine Wärmepumpe eingebaut, die über einen Flächenkollektor die Kraft des Reichenbachs aufnimmt und andere Energiequellen einspart. Für das neue Wasserrad musste das entsprechende Holz eingeschlagen werden. Man entschied sich für die Lärche, die über 600 Jahre alt wird und zur Familie der Kiefergewächse gehört. Besonders gern wird das Holz auch als Bau- und Möbelholz genutzt.

Technik aus Lärchenholz

Die sechs Baumstämme, aus denen nun die Handwerker das Wasserrad errichten, stammen übrigens aus dem Hotzenwald im Südschwarzwald. Mit 58 Schaufeln soll das neue Wasserrad wieder den bisherigen Durchmesser von sieben Metern erreichen. Da ein Teil des Holzes bereits in der vergangenen Woche zugeschnitten wurde, rechnet die Familie Mönch damit, dass das neue Wasserrad sich in zwei Wochen wieder drehen wird.