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Dank und Anerkennung sprach Dekan Erich Hartmann dem scheidenden Unterreichenbacher Pfarrer Joachim Lauer (von links) beim Gottesdienst im Beisein des Kirchengemeinderats Unterreichenbachs aus.  Recklies
Dank und Anerkennung sprach Dekan Erich Hartmann dem scheidenden Unterreichenbacher Pfarrer Joachim Lauer (von links) beim Gottesdienst im Beisein des Kirchengemeinderats Unterreichenbachs aus. Recklies
21.02.2016

Unterreichenbacher Pfarrer scheidet aus gesundheitlichen Gründen

Gerne hätte Joachim Lauer als Pfarrer in Unterreichenbach auch nach seiner schweren Krankheit, von der er in den vergangenen Monaten betroffen war, als Seelsorger weitergemacht. Alle Versuche Lauers, den Weg voll zurück in seinen Beruf zu finden, die er im November und Dezember vergangenen Jahres unternahm, sind aber nicht von sonderlich großem Erfolg gekrönt gewesen.

Lauer, der nach seinen beiden Schwarzwaldstationen in Altensteigdorf und Aichelberg seit 2010 in Unterreichenbach im Dekanat Calw tätig war, hat sich Ende des vergangenen Jahres daher dazu entschlossen, seine berufliche Laufbahn zu beenden. „Als ich meine Entscheidung im Silvestergottesdienst bekannt gab, blieb mir die Stimme weg“, blickte Lauer gestern bei seinem Abschiedsgottesdienst in der evangelischen Kirche Unterreichenbach auf den Moment zurück, als er den Gemeindegliedern mitteilte, dass er Anfang 2016 seinen Dienst in Unterreichenbach quittieren werde.

Dekan Erich Hartmann war es, der Lauer nach 34 Jahren Dienstzeit als Pfarrer – 27 davon im Nordschwarzwald – verabschiedete. Dabei machte der Dekan deutlich, dass es nicht nur ein Abschied als Pfarrer der Kirchengemeinden Unterreichenbach und Kapfenhardt ist, sondern dieser Abschied auch einer aus den Diensten der Landeskirche ist.

Hartmann entband Joachim Lauer denn auch im Beisein der Kirchengemeinderäte Kapfenhardt und Unterreichenbach von seiner hauptamtlichen Tätigkeit – die mit der Ordination vor dreieinhalb Jahrzehnten eingegangenen Verpflichtungen des Kirchenmannes „gelten aber auch in Zukunft“, so Hartmann. Er sagte dem scheidenden Seelsorge Dank und Anerkennung. Nicht nur für die Unterreichenbach geleistete Arbeit, sondern auch für Lauers Wirken in seiner Zeit als Gehörlosenpfarrer oder als Vertreter des Gustav-Adolf-Werks.

„Wir müssen Sie früher als gedacht verabschieden“, so Dekan Hartmann, der an die vielfältigen Tätigkeiten erinnerte, mit denen Lauer in seiner Zeit als Pfarrer, insbesondere aber in Unterreichenbach konfrontiert war. Nicht zuletzt die Zusammenführung der beiden Kirchengemeinden Kapfenhardt und Unterreichenbach sei dabei eine „große Baustelle“ gewesen, so Hartmann, der Lauer großen Respekt für sein großes und mit Leidenschaft gezeigte Engagement zollte. Ebenso sagte er Joachim Lauers Gattin Edeltraud Dank, die sich vielfältig ehrenamtlich in der Gemeinde engagiert hat.

Nach der theologischen Ausbildung in Tübingen hatte Lauer sein Vikariat in der Kirchengemeinde Allmersbach im Tal absolviert bevor er als Pfarrverweser in Iptingen bei Vaihingen/Enz tätig wurde. Der weitere Weg führte den Gottesmann dann nach Altensteigdorf, wo er zehn Jahre lang tätig war bevor es ihn für elf Jahre nach Aichelberg und schließlich 2010 an seine letzte Wirkstätte verschlug.

Dass Lauer in der Kirchengemeinde sehr geschätzt wurde, zeigten nicht nur die vollen Kirchenbänke, sondern auch die vielen musikalischen Beiträge, die unter anderem vom Kirchenchor Kapfenhardt und dem Posaunenchor der Kirchengemeinde gestaltet wurden.

Dank und Anerkennung wurde Pfarrer Lauer und seiner Ehefrau Edeltraud zum Ende des Gottesdienstes auch von Bürgermeister Carsten Lachenauer sowie dem Unterreichenbacher Kirchengemeinderatsvorsitzenden Jürgen Hätscher zuteil, die für Lauers Einsatz viele lobende Worte fanden.