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Das neueste Georadar-Gerät der Bundesanstalt für Straßenwesen scannt die Fahrbahn im fließenden Verkehr und liefert dreidimensionale Darstellungen des Untergrunds. Diese Technik kommt bald zwischen Stein und Eisingen zum Einsatz. Foto: Bast

Untersuchungen mit Georadar: Scanner hilft den Landesstraßen

Königsbach-Stein/Eisingen. Die Landesstraße zwischen Stein und Eisingen ist der Überraschungsgast im Straßensanierungsprogramm für dieses Jahr. Denn die Bauprojekte arbeitet das Land eigentlich streng nach Liste ab, auf der diese Strecke vergleichsweise weit unten rangierte.

Der FDP-Landtagsabgeordnete Erik Schweickert, der sich auf Drängen des Parteikollegen Odin Bohnenberger und der Königsbach-Steiner Gemeinderäte Sascha Leonhard (Freie Wähler) und Enzo Di Grigoli (FDP) wiederholt mit dem Zustand dieser Straße befasst hatte, fragte im Landtag nach dem Grund der vorgezogenen Erneuerung.

Finanzstaatssekretärin Gisela Spletts Antwort lässt den Schluss zu, dass zwischen Stein und Eisingen früher gebaut wird, weil das Land dort neue technische Baustellenmethoden erproben will.

Zum Einsatz kommen soll beispielsweise Georadar-Technik, mit der Straßen gewissermaßen gescannt werden. Und das in voller Fahrt, heißt es bei der Bundesanstalt für Straßenwesen (Bast), die seit Kurzem ein weiterentwickeltes Gerät zur Verfügung hat, das bei seinen Scans dreidimensionale Darstellungen von Asphalt und Betonschichten der Fahrbahnen liefert. Dafür werden elektromagnetische Strahlen genutzt. Experten können aus den Darstellungen, die ein wenig an Ultraschallbilder in der Medizin erinnern, Erkenntnisse über die Schichten des Straßenaufbaus, über Defekte, Aushöhlungen oder Wassereinschlüsse ziehen.

Die Straßenscanner seien einer von vielen Bausteinen der erprobten Baustelle der Zukunft, sagt Irene Feilhauer, Sprecherin des für die Umsetzung zuständigen Regierungspräsidiums Karlsruhe. Es gehe auch um eine digitale Vernetzung der Baumaschinen untereinander und mit mobilen Geräten. Zudem werden Fahrzeuge intelligent gesteuert, für die laufende Baustellle gibt es eine Online-Qualitätskontrolle und der Einbau der neuen Asphaltdecke wird exakt kontrolliert. „SmartSite“, also etwa „Intelligente Baustelle“, ist der Name des Prinzips, der laut Feilhauer 2016 bei Wolfschlugen erstmals mit Erfolg auf einer Landesstraße getestet worden sei.

Zwischen Stein und Eisingen kommt nun die nächste Bewährungsprobe. Klappt alles, hatte Splett im Landtag über die Methode gesagt, dann würde eine Fahrbahnerneuerung kostengünstiger, effizienter und besser. Die Qualität des Asphalts soll sich im Vergleich zu alten Baustellen steigern. Ein weiteres Ziel: Der Asphalt soll länger halten.

Schweickert würde das begrüßen. Frühere Arbeiten an der L621 etwa im Jahr 2015 kritisiert er als oberflächliche Ausbesserungen.