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Asylunterkunft © Schmid
Unwetter in der Region © Ketterl
Unwetter in Pforzheim
Wie hier auf diesem Symboldbild sah es heute auf vielen Straßen in Pforzheim und der Region aus. Ein Unwetter hatte zahlreiche Bäume auf Straßen fallen lassen. © Symbolbild: dpa
Geäst und Laub liegt auf der Landstraße bei Ötisheim in Richtung Maulbronn. © Fotomoment
Schuppen auf Auto © Isabel Beil
21.10.2014

Unwetter über der Region: Entwurzelte Bäume, wackelige Gerüste

In Calw ereignete sich aufgrund des Unwetters ein schwerer Verkehrsunfall. Ein 35-jähriger war auf der Bundestraße B463 in Richtung Wildberg unterwegs, als vor ihm ein große Tanne auf die Straße stürzte. Der Mann konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und prallte auf den Baum. Das Auto schleuderte anschließend in den Straßengraben. Der Fahrer verletzte sich dabei zum Glück nur leicht. Beim Auto entstand ein Totalschaden.

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Die Nacht nach dem Unwetter blieb in Pforzheim und im Enzkreis einigermaßen ruhig. Dennoch gab es besonders für die Feuerwehr einiges zu tun. Wegen umgestürzten Bäumen musste sie mehrfach ausrücken. In Wiernsheim drohte ein Baum auf ein Asylbewohnerheim zu stürzen. Die 20 Bewohner wurden sicherheitshalber evakuiert und in einer Turnhalle untergebracht. Wegen umgestürzter Bäume musste die Tiefenbronner Straße zudem gesperrt werden.

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Auch zwischen Grunbach und Kapfenhardt war die Straße wegen eines umgestürzten Baumes zeitweise nur schwer befahrbar, berichtet uns Alex Koch über Facebook. Susanne Ehrismann war mit ihrem Hund in Pforzheim unterwegs, als zwei große Äste vor ihr auf den Boden schlugen. „Danach rannte mein Hund um sein Leben und ich war ganz schnell daheim“, berichtet sie auf der Facebook-Seite von PZ-news.

Über dem Enzkreis ist am Dienstagabend ein Unwetter niedergegangen. In Nöttingen stand das Fußball-Nachholspiel in der Regionalliga gegen Eintracht Trier kurzzeitig auf der Kippe. Starker Regen, starker Sturm – weder für Spieler noch Zuschauer ideal. Doch das Spiel wurde angepfiffen. Dafür gab es auf einigen Straßen im Enzkreis kurzzeitig Stillstand: Der Sturm hatte einige Bäume auf die Straßen stürzen lassen. Auch der Bahnverkehr ins Nagoldtal musste eingestellt werden.

Die Bahnstrecke zwischen dem Bahnhof Weißenstein und Unterreichenbach war stundenlang gesperrt. Der Grund: Bäume auf der Strecke. Das Problem: Es gab anscheinend  keinen Schienenersatzverkehr, denn die B463 durchs Nagoldtal war eine Zeit lang ebenfalls dicht. 

Zwischen Sternenfels und Kürnbach brauchten sich die Einsatzkräfte aber nicht zu bemühen. Des Wartens müde Zeitgenossen hatten selbst zur Motorsäge gegriffen und die Blockade zersägt. In Pforzheim an der Lamey-, Humboldt-, Heilbronner, Mannheimer, Sägewerk- und Brettener Straße sowie an der Auerbrücke hatten Bäume dem Sturm nicht mehr standgehalten. Oft wurden dabei Autos vom Stamm oder den Ästen beschädigt. Zwischen Pforzheim-Büchenbronn und Grunbach, Kieselbronn und Dürrn, Pforzheim-Eutingen und Ölbronn-Dürrn, Niefern und Enzberg, Seehaus und Tiefenbronn sowie auf der B35 bei Knittlingen lagen ebenfalls Bäume auf der Straße. In Pforzheim sind auch Gelbe Säcke, Altpapier und Mülltonnen vom Sturm verweht worden.

Aus dem Enzkreis vermelden PZ-news-Leser fliegende Gartenmöbel und in Wimsheim einen umgefallenen Geräteschuppen, der samt Betonplatte auf einem Auto landete. In Engelsbrand entdeckte Frank Böckler ein Trampolin in seinem Garten. Das hatte der Sturm in seine Hecke geweht. Außerdem soll Waldrennach eine Stunde lang ohne Strom gewesen sein.

Gefährlich wurde es auch in Pforzheim an der Scharnhorststraße, als Ziegel vom Dach auf ein Auto fielen. Streifenwagen der Polizei sind überall im Einsatz, um nach Schäden, Behinderungen und gefährlichen Situationen zu sehen. Auf der A8 zum Beispiel sind zwischen den Anschlussstellen Pforzheim-West und -Nord Baustellenschilder verweht worden. Instabil war ein vom Sturm hart getroffenes Gerüst am ehemaligen SWP-Wohnhochhaus im Brötzinger Tal beim CfR-Stadion. Die Gerüstbaufirma musste das Gerüst schließlich noch am Abend abbauen, die Feuerwehr leuchtete die Einsatzstelle aus.

„Das Telefon ist nicht mehr stillgestanden“, so Mirko Ossmann im örtlichen Lagezentrum der Polizei an der Bahnhofstraße. „Sämtliche Leitungen haben geglüht“, sagt er. Alle verfügbaren Kollegen seien vor Ort. Nicht anders sah es bei der Feuerwehr aus.

„Seit 19 Uhr wurden die Feuerwehren der Stadt Pforzheim und des Enzkreises zu zahlreichen Unwettereinsätzen alarmiert. Mit dem Durchzug einer Kaltfront führten Gewitter und starke Sturmböen zu zahlreichen umgestürzten Bäumen und abgedeckten Dächern. Die Feuerwehr Pforzheim ist mit Kräften der Berufsfeuerwehr und nahezu allen Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz. Ebenso zahlreiche Feuerwehren des Enzkreises. Die Feuerwehrleitstelle in der Hauptfeuerwache wurde durch dienstfreies Personal verstärkt“, vermeldet die Feuerwehr Pforzheim in einer Pressemitteilung. Statt den sonst üblichen zwei Disponenten waren 13 Mann in der Leitstelle tätig. Zwischen 21.30 und 22 Uhr waren die meisten Einsätze abgearbeitet.

Zusätzlich zu den Unwettereinsätzen sind die Einsatzkräfte zu einer Kohlenmonoxid-Ausströmung in der Pforzheimer Nordstadt geeilt. Vom DRK wurde die Feuerwehr alarmiert, nachdem das CO-Warngerät des Rettungsdienstes beim Betreten einer Wohnung ausgelöst hatte. Dort war vermutlich durch einen defekten Boiler Kohlenmonoxid ausgetreten. Der Patient wurde aus der Wohnung verbracht und die Räume gelüftet. Messungen der Feuerwehr ergaben anschließend keine gefährlichen Konzentrationen mehr in der Wohnung.

Im Bereich Calw waren außerdem zwei Bäume auf Häuser und vier weitere auf geparkte Autos gestürzt. Die Schadenshöhe steht hier noch nicht fest. Neun weitere Bäume blockierten teils die Straßen, ohne einen Schaden verursacht zu haben. Ähnlich glimpflich verhielt es sich im Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Nagold, wo 15 umgestürzte Bäume mit geringen Folgeschäden zu verzeichnen waren.

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