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Im Prozess um eine Fahrkarte soll noch heute ein Urteil fallen.
Im Prozess um eine Fahrkarte soll noch heute ein Urteil fallen. © PZ-Archiv
01.02.2011

Urteil im Fahrkartenstreit: Student muss zahlen

NIEFERN-ÖSCHELBRONN. Immer wieder ärgern sich Bahnkunden über Fahrkartenkontrollen und Härtefälle. Oft werden sie mit 40 Euro zur Kasse gebeten. Am Dienstag machte eine Karlsruher Amtsrichterin in einem Fall kurzen Prozess. Ein 24-jähriger Student, der im Mai vergangenen Jahres mit zwei jeweils 4,20 Euro teuren Einzelfahrten von Niefern nach Karlsruhe und spätabends wieder zurück gefahren war, hatte vor der Karlsruher Amtsrichterin Bracher keine Chance. Weil er sein Ticket nicht entwertet hatte, verurteilte sie ihn dazu, 40 Euro „erhöhtes Beförderungsgeld“ sowie fünf Euro Mahngebühren und Zinsen an die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VKB) zu bezahlen.

Seine Einlassung, dass auf der Hinfahrt die in Niefern gelöste Fahrkarte durch ein anderes Automatensystem schon entwertet war, zog vor Gericht nicht. Nur fünf Minuten benötigte Richterin Bracher für den Zivilprozess, bei dem die VKB gegen den Studenten klagten.

Um 8.56 Uhr erschienen der Vater des Beklagten sowie VBK-Abteilungsleiter Siegurd Kohler zu dem Prozess. Fünf Minuten später konnten sie den Gerichtssaal schon wieder verlassen. Gegen 15.30 Uhr wurde dann das Urteil gesprochen. „Es ist misslich, wenn während des Spiels die Spielregeln geändert werden“, trug der Vater des Studenten vor, „das heißt, wenn ich bei der Hinfahrt eine entwertete, bei der Rückfahrt aber eine nicht entwertete Fahrkarte am Automaten kaufe. Das lässt die Fahrgäste in eine gewisse Falle laufen. Ich gehe davon aus, dass der Kontrolleur meinen Sohn beobachtet hat.“

Dem hielt Kohler entgegen: „Es gibt unterschiedliche Verkehrsverbünde und somit unterschiedliche Regelungen. Verschiedene Automaten sind deshalb vorhanden, weil auch die Möglichkeit zum Vorverkauf besteht für Fahrkarten, die nicht sofort entwertet werden.“ Eine Berufung ließ die Richterin nicht zu, auch deshalb, weil dieser Fall angeblich für sie "keine grundlegende Bedeutung hat."

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