nach oben
Uwe Hück. Foto: PZ-Archiv
Uwe Hück. Foto: PZ-Archiv
22.07.2015

Uwe Hück zur Flüchtlingsthematik

Enzkreis. Nach dem mutmaßlichen Brandanschlag auf ein geplantes Flüchtlingsheim in Remchingen-Singen äußert sich auch Uwe Hück, Porsche-Betriebsratschef und Aufsichtsratmitglied bei VW, aus Pforzheim zur Flüchtlingsthematik. „Wir müssen Menschen auf der Flucht eine Insel bieten, auf die sie sich retten können. Sie fliehen doch nicht zum Spass aus ihrer Heimat...

...Sie sind verzweifelt und lassen ihre Familien, Frauen und Kinder zurück. Unter Lebensgefahr schlagen sie sich in die EU durch, werden dabei oft von Schleußerbanden missbraucht und um ihr letztes Hab und Gut gebracht. Sie kommen zu uns, weil sie Hilfe brauchen. Bei uns schlägt ihnen aber zunehmend Fremdenfeindlichkeit und Hass entgegen. Das passt nicht zu Deutschland. Das passt auch nicht zu einer offenen und demokratischen Gesellschaft. Aber statt das Übel bei der Wurzel zu packen, debattieren Politiker darüber, wie genau die Flüchtlinge ausgesiebt werden können, deren Arbeitskraft nützlich sein kann. Als Begründung wird der demografische Wandel vorgeschoben. Und wer nicht den Anforderungen entspricht, soll zurück in sein Heimatland. Aber sind das dann keine Menschen, die ein Recht auf humanitäre Hilfe haben? Sozial ist dieses Denken nicht. Ich frage mich schon, was das für Demokraten sind, die auf solche Ideen kommen. Alle die auf der Flucht vor Hunger, Durst, Vertreibung, Gewalt und Terror fliehen müssen und deshalb in Deutschland stranden, müssen die Hilfe bekommen, die sie benötigen. Wir dürfen nicht dulden, wenn jemand auf dem Rücken von Flüchtlingen fremdenfeindliches Gedankengut schürt. Niemand darf als dumm abgestempelt und abgeschoben werden, nur weil er vor seiner Flucht in seinem Herkunftsland nicht den richtigen oder keinen Beruf erlernen konnte. Die beste Perspektive für die Menschen und für Deutschland ist die Integration. In Zeltlagern, wie sie inzwischen sogar von Politikern gefordert werden, gibt es keine Integration. Dort wird die Ausgrenzung noch zementiert.“ 

.