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14.03.2016

Verbrechen im Krieg entzweit auch die Justiz

Pforzheim/Engelsbrand. Die Verstrickung eines Engelsbranders in ein Massaker in Italien von 1944 wird auch in Deutschland unterschiedlich beurteilt. Nur das Oberlandesgericht verhinderte 2013 eine Vollstreckung der Strafe.

Es sei Mord gewesen, den Soldaten der 16. Panzergrenadierdivision der Waffen-SS Ende September, Anfang Oktober 1944 – unter anderem – im Gebiet von Monte Sole, in der Nähe der Gemeinden Marzabotto, Grezzana und Monzuno in Norditalien verübt hätten. Auch in Deutschland hat das eine juristische Instanz schon so bewertet. Mehrere hundert Zivilisten – darunter über 200 Kinder – waren zusammengetrieben, erschossen, in die Luft gesprengt und verbrannt worden. Es war eines der schlimmsten Massaker der Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg.

Ein Engelsbrander, der für sein Leben nach dem Krieg mehrfach geehrt wurde, sei dabei gewesen. Zu diesem Schluss kam das Appellationsmilitärgericht in Rom am 7. Mai 2008 – und verhängte (nach einem Freispruch der ersten Instanz ein Jahr zuvor) eine lebenslange Freiheitsstrafe. Im Juni 2012 kam die auswärtige Strafvollstreckungskammer des Landgerichts in Pforzheim zu dem Schluss, der heute über 90-Jährige solle diese Strafe in Deutschland verbüßen. Das Oberlandesgericht nahm diese Entscheidung jedoch zurück.Mehr lesen Sie am Dienstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.