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Fasching, Narren, Hexen, Guggenmusik

Aus und vorbei: Da weinen die Schellenhexen des Narrenbunds Schellau. Foto: T. Keller
Aus und vorbei: Da weinen die Schellenhexen des Narrenbunds Schellau. Foto: T. Keller
05.03.2019

Verbrennungen zum Ende der Fasnet: Schlusspunkt mal feurig, mal zu nass

Enzkreis. Die Tradition sieht vor, dass die alte Fasnet in Flammen aufgeht. Es ist ein Symbol. Dafür werden aber Hexen- oder Schneemannfiguren ganz buchstäblich angezündet. Nässe verträgt dieses Spektakel nicht.

Und so reduzierte sich in diesem Jahr der feurig zelebrierte Fasnetsausklang. In Gräfenhausen und Neuhausen fielen die Verbrennungen ins Wasser. Andernorts hatte man mehr Glück.

Ersingen

Eilig gefangen genommen und anschließend verurteilt wurde die Ersinger Oberhexe am Dienstagnachmittag vor dem närrischen Gericht: zum Tod, herbeigeführt durch Verbrennen. Unter den Augen zahlreicher Besucher war die aus Stroh bestehende Hexe auf dem Dorfplatz schnell in Brand gesteckt, während der Musikverein einige Stücke spielte. Nur wenige Minuten dauerte es, bis kaum noch etwas von ihr übrig war. Anschließend lockte der Kehrausball mit guter Musik und ausgelassener Stimmung noch zahlreiche Besucher in die Ersinger Festhalle. (rol)

Bilfingen

Laut weinten die Bilfinger Schildwachhexen, als sie ihre Oberhexe am Dienstagabend vor der Kämpfelbachhalle in Flammen aufgehen sahen. Meterhoch loderte dort das durch Fackeln entfachte Feuer in den schwarzen Nachthimmel hinein. Ein Spektakel, das zahlreiche Besucher anzog. Nachdem die aus Stroh bestehende Hexe verbrannt war, startete ein Brillantfeuerwerk am Himmel über Bilfingen. Mit dem Kehrausball und der Entthronisation des Prinzenpaares in der Kämpfelbachhalle ging die diesjährige Kampagne des Narrenbunds „Kakadu“ fröhlich zu Ende. (rol)

Schellbronn

Die Ankunft der Maskengruppen hat das Ende des lustigen Kinderfaschings vom Narrenbund Schellau in der Schwarzwaldhalle in Schellbronn markiert. Bietschellen, Brunnengeister, Tanzteufel, Wolftreiber und Schellenhexen kamen direkt von einem Faschingsumzug. „Vor der Verbrennung muss die Hexe heute vielleicht erst das Seepferdchen machen“, scherzte Präsidentin Patricia Hoenke angesichts des beständigen Regens. Unter schauriger Musik wurde die Hexe aufgebahrt und nach draußen zum Scheiterhaufen getragen. Dort sammelten sich die Schellenhexen und weinten bitterlich, als die Flammen, dank Brandbeschleuniger, überraschend schnell nach der armen Hexe griffen. (ck)

Tiefenbronn

Nach alter Tradition wurde am Fastnachtsdienstag in Tiefenbronn ein Schneemann als Symbol des Winters verbrannt. Nachdem die Brunnengeister ab 16 Uhr zur Einstimmung in der Lammscheuer einluden, startete um 18 Uhr der Fackelzug mit den Hästrägern der neun Zünfte zur Gemmingenhalle. Zahlreiche Besucher waren dabei. Lautes Hexengeheul und Narrentreiben begleiteten den Schneemann auf seinem letzten Weg zur Verbrennung auf dem Hartplatz. Im Anschluss war Kehrausball in der Gemmingenhalle. Um 22.30 Uhr dann der letzte Streich, als Prinz Eric I. entthronisiert, und die Fasnet beerdigt wurde. (la)

Singen

Mit leichtem Regen um die Wette geweint haben die Remchinger Narren am Dienstagabend, während die Singener Carnevalsgesellschaft zusammen mit Spaßvögeln, Pfinztrollen, Töpfleshexen, Bäredaifeln, Keltereckeseln und Gardenmädchen ein letztes Mal durch die Straßen zog – kräftig eingeheizt von den Guggenmusikern „Bääreklopfa“. „Oh welche Qual, ab morgen sind alle wieder normal“, reimte das Prinzenpaar Amelie-Sophie I. und Alexander IV. Müller. Mit donnerndem Helau und Vorfreude auf den 1250-Jahr-Singen-Festumzug im Sommer übergab das närrische Volk den Rathausschlüssel an Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon. (zac)