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Akribische Polizeiarbeit nach der Brandstiftung im Juli in Singen hat am Montag zu einer Festnahme geführt. Die Ermittlungen gehen weiter. Foto: Seibel, Archiv
21.10.2015

Verdächtiger schweigt: Wegen Brandstiftung wird weiter ermittelt

Remchingen. Nach der ersten Erleichterung in Remchingen, dass die Ermittler einen Verdächtigen für die Brandstiftung gefunden haben, der in der Nacht auf den 18. Juli ein für Asylbewerber vorgesehenes früheres Vereinsheim zum Opfer gefallen war, wird in der Gemeinde spekuliert und gerätselt. Darüber, wer hinter der Tat stecken und was ihn angetrieben haben könnte.

Ob er aus dem Ort kommt oder von außerhalb. Und ob er, falls er aus einer anderen Enzkreisgemeinde kommt, Verbindungen nach Remchingen hat. Zu all diesen Fragen sagt die Staatsanwaltschaft weiterhin nichts. Denn auch der in Untersuchungshaft sitzende 42-jährige Verdächtige sagt zum Vorwurf, das Feuer vorsätzlich gelegt zu haben, noch immer nichts.

Das erklärt die Leitende Oberstaatsanwältin Sandra Bischoff, Chefin der Staatsanwaltschaft in Pforzheim, auf Anfrage. Die Frage, ob die Behörde Anklage gegen den Festgenommenen erhebt, hängt damit auch noch von den weiteren Ermittlungen ab. Was, zum Beispiel, ergeben die Beweismittel, die am Montag bei einer Wohnungsdurchsuchung gefunden wurden? Derzeit geht Sandra Bischoff davon aus, dass weitere Erkenntnisse noch ein bisschen mehr Zeit brauchen.

In Remchingen hoffen die Menschen, dass die Polizei den Täter tatsächlich dingfest gemacht hat, denn die Brandstiftung in Singen hat die Gemeinde aufgewühlt. Die Bilder des ausgebrannten, geplanten Flüchtlingsheims waren bundesweit durch die Medien gegangen. Remchingen geriet noch vor einer Aufklärung über die Umstände und Hintergründe der Tat auf die Landkarte der Fremdenfeindlichkeit. Bis heute prägt die Hoffnung die Sichtweise vieler Bürger, dass niemand aus der Gemeinde verantwortlich ist, und dass es dem Täter nicht um einen gezielten Anschlag auf eine Asylunterkunft gegangen war. Gespeist wird die Hoffnung aus der Tatsache, dass die entsprechenden Pläne der breiten Öffentlichkeit im Sommer noch nicht bekannt waren. Allerdings gab es durch die Sondierungen im Vorfeld schon einige Remchinger, die Bescheid wussten.

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Das abgebrannte Flüchtlingsheim in Singen.