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Symbolbild: dpa

Vereinskantine auf dem Silbertablett

Straubenhardt-Feldrennach. Um die eigene Kantine zu erhalten, müssen Vereine oft andere Wege gehen als das Ehrenamt. So wirbt der TV Feldrennach mit einer besonderen Verlockung: Der neue Betreiber muss keine Pacht bezahlen. „Das hat mit den Vorgängern gut funktioniert“, sagt der erste Vorsitzende Horst Reiser, gibt aber auch zu verstehen: „Mit der Vereinskantine sind keine Reichtümer zu erwirtschaften. Davon kann niemand leben. Das ist vielmehr ein Nebenjob oder ein Zubrot für einen Rentner.“

Die Kantine biete nur Platz für maximal 30 Personen, sei zwar barrierefrei, aber die Küchenzeile recht klein. „Da kann man ein Schnitzel oder einen Wurstsalat machen, eine richtige Gastronomie eher nicht“, sagt Reiser. Bietet der Pächter Essen an, geht der Verdienst komplett an ihn. Vom Getränkeverkauf erhält er ein Viertel des Erlöses. Der Rest fließt in die Vereinskasse. Der Verein besorgt die Getränke und bezahlt die Nebenkosten der Räume. „Wir haben ein traditionelles Vereinsleben, was wir erhalten wollen. Dazu gehört die Kameradschaft, die gestärkt wird, wenn wir nach dem Training noch zusammensitzen können. Und dazu gehört eben auch die Kantine“, sagt Reiser.

Das Lokal in Eigenregie zu betreiben, ist für den gut 700 Mitglieder umfassenden TV Feldrennach nicht möglich. Dazu brauche es Freiwillige oder gar ein ganzes Team, das täglich ab 18 Uhr zum Trainingsbetrieb die Theke schmeißt. „Als Verein ist man schon froh, wenn man für andere Aufgaben genügend Ehrenamtliche findet“, ist Reiser überzeugt, dass eine pachtfreie Vermietung die bessere Lösung ist.

Vielmehr hat der Pächter die Freiheit, die Kantine auch außerhalb der Trainingszeiten zu nutzen. So habe der Vorgänger, der Ende März aufgehört habe, beispielsweise Seniorennachmittage veranstaltet. Was der neue Betreiber vorhat, wird sich zeigen. Laut Reiser laufen derzeit noch Verhandlungen.