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 Foto: Hepfer/PZ-Archiv 

Verfahren zieht sich wie Kaugummi: Prozess um Wasserprojekt Deus 21 geht in Verlängerung

Karlsruhe/Knittlingen. Das Gerichtsverfahren vor der Amtshaftungskammer des Landgerichts Karlsruhe um das gescheiterte Deus-21-Wasserprojekt, wobei Knittlinger Häuslebauer gegen die Stadtverwaltung auf Schadensersatz klagen (die PZ hat berichtet), zieht sich wie ein Kaugummi.

Begonnen hatte der Prozess bereits im Juli 2020. Doch der eigentlich schon längst erwartete Urteilsspruch verzögerte sich immer wieder. Vor wenigen Tagen war nun bei einem sogenannten Verkündungstermin herausgekommen, dass die Beweisaufnahme in die Verlängerung geht. Am Mittwoch, 7. Juli, hat Richter Bernhard Warti einen Fortsetzungstermin anberaumt, um einen weiteren Zeugen zu vernehmen, teilte Gerichtssprecherin Hanna Szymanski auf PZ-Nachfrage mit.

Laut PZ-Informationen handelt es sich bei dem Zeugen um einen ehemaligen Knittlinger Stadtrat. Rückblende: Vor etlichen Jahren hatten im Rahmen des vom Fraunhofer-Institut betreuten ökologischen Vorhabens rund 50 Knittlinger Häuslebauer Tausende Euro investiert, weil ihnen in Aussicht gestellt worden war, dass Regenwasser in Brauch- oder Trinkwasser umgewandelt werden könne.

Stadt und Häuslebauer schieben Schuld hin und her

Das Projekt war schließlich gescheitert, da gewisse Schadstoffe gar nicht oder nur mit erheblichem Kostenaufwand aus dem Wasser gefiltert werden konnten. Die Knittlinger Bürgergruppe wirft der Stadtverwaltung unter anderem vor, bereits im Jahr 2011 gewusst zu haben, dass das Projekt nicht umsetzbar gewesen ist.

"Die Klägerseite hat ihre Behauptungen im Lauf des Prozesses modifiziert", kritisiert derweil Michael Rohlfing, der die Interessen der Stadt Knittlingen vertritt. Wenig begeistert war der Anwalt auch davon, dass die Gegenseite erst so spät einen weiteren Zeugen benannte.

"Die Klägerseite verzögert", mutmaßt Rohlfing und behält sich vor, falls nötig, einen Gegenzeugen zu präsentieren. Aufseiten der Häuslebauer ist man dagegen überzeugt, dass der ehemalige Stadtrat mit seiner Aussage wichtige Informationen darüber liefern kann, was in nichtöffentlichen Ratssitzungen zum Wasserprojekt besprochen wurde.

Peter Hepfer

Peter Hepfer

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