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Schnell: Nach einem Verkehrsunfall Mitte Januar auf der A8 nahe der Anschlussstelle Pforzheim-Süd bringt ein Rettungshubschrauber eine schwer verletzte Person ins Krankenhaus. Das Deutsche Rote Kreuz hatte dafür einen Helikopter der DRF Luftrettung angefordert. Foto: PZ-Archiv/Ketterl
Schnell: Nach einem Verkehrsunfall Mitte Januar auf der A8 nahe der Anschlussstelle Pforzheim-Süd bringt ein Rettungshubschrauber eine schwer verletzte Person ins Krankenhaus. Das Deutsche Rote Kreuz hatte dafür einen Helikopter der DRF Luftrettung angefordert. Foto: PZ-Archiv/Ketterl
Spektakulär: Als im Mai 2014 ein Bankräuber die Öbronner Filiale der Volksbank überfällt, fahndet die Polizei auch mit einem Hubschrauber über den Dächern des Ortes nach dem Täter. Foto: PZ-Archiv//Seibel
Spektakulär: Als im Mai 2014 ein Bankräuber die Öbronner Filiale der Volksbank überfällt, fahndet die Polizei auch mit einem Hubschrauber über den Dächern des Ortes nach dem Täter. Foto: PZ-Archiv//Seibel
Schwungvoll: Für Kalkungen setzt das Forstamt Hubschrauber ein. Foto: dpa
Schwungvoll: Für Kalkungen setzt das Forstamt Hubschrauber ein. Foto: dpa
30.10.2016

Vermisstensuche, Waldkalkung - Hubschrauberflüge sorgen für Aufregung

Enzkreis/Pforzheim. Ganz oft rufen Leser bei der PZ an oder melden sich per Facebook bei PZ-news, sobald sie einen Hubschrauber sehen. Von Vermisstensuche bis Waldkalkung, von Rettungseinsatz bis Touristenflug – die Einsatzgründe sind vielfältig.

Zu überhören ist ein Hubschrauber wahrlich nicht. Und vielleicht sorgt er gerade deshalb immer wieder für Aufsehen. Denn sobald ein Helikopter über der Region abhebt, klingelt in der PZ-Redaktion das Telefon und Leser fragen, worum es bei dem Einsatz geht. Eine Formation an Helikoptern, die sich als Armeeübung entpuppte, hat kürzlich gar über Tage die Region beschäftigt. Am Wochenende waren Rettungshubschrauber auf der A 8 und bei Bretten nach Unfällen im Einsatz.

Gründe für Hubschraubereinsätze gibt es viele, nicht immer ist er im Auftrag der Polizei in der Luft. „Möglich sind auch Flüge für den Rettungsdienst oder von Privatleuten“, sagt Armin Förster, Sprecher des Polizeipräsidiums Einsatz mit Sitz in Göppingen. Von dort aus werden die landesweit sechs Polizeihubschrauber koordiniert, wenn eine Dienststelle vor Ort diese anfordert. „Wann das nötig ist, entscheiden die Kollegen selbst. Dafür gibt es kein Pauschalprinzip“, sagt Förster.

Einsätze für die Polizei: Für die Polizei kommen Hubschrauber zum Einsatz bei schweren Unfällen, Bränden, Vermisstenfällen, der Überwachung der Autobahn sowie Umweltdelikten. Bei Unfällen kann sich die Polizei von der Luft aus einen schnellen Überblick über das Ausmaß und gelegentlich auch über den Unfallhergang machen.

Im Brandfall kann von oben die Windrichtung besser beurteilt werden – ebenso, wo der Brandherd liegt. Versehen mit einem Löschwassertank, kann der Hubschrauber auch bei der Brandbekämpfung mitwirken.

Die Wärmebildkamera an Bord der Polizeihubschrauber vereinfacht die Suche nach Personen. „Besonders in der Nacht, wenn das menschliche Auge bei der Suche an seine Grenzen stößt, ist ein Hubschraubereinsatz über einem Waldgebiet hilfreich“, sagt Förster. Hierbei sei die Frage nach der Gefährdung der vermissten Person ausschlaggebend, ob die Polizei einen Hubschrauber in die Luft schickt. „Wenn es im Winter früh dunkel und zugleich kalt ist, fällt die Entscheidung für den Helikopter schneller, damit der Vermisste nicht erfriert.“ Kommt die Wärmebildkamera zum Einsatz, verzeichnet die Polizei gute Erfolge – auch bei der Suche nach entflohenen Straftätern.

Zur Hauptferienzeit fliegen die Polizeihubschrauber entlang der Autobahnen im Land, um sich einen Überblick über die Verkehrslage zu machen.

Kommt es zum Beispiel in einem Fluss zu Fischsterben, weil Gifte eingeleitet worden sind, kann von der Luft aus der genaue Ort lokalisiert werden. „Von oben ist schnell zu erkennen, wo ein Fluss eine andere Färbung hat“, verdeutlicht Förster. Die Luftfotografie kann dann Beweise liefern.

Einsätze für den Rettungsdienst: „Der Rettungshubschrauber bringt Notarzt und Rettungsassistent schnell zum Patienten und diesen auch zügig und auf schonende Weise ins Krankenhaus“, sagt Daniela Kneis, Sprecherin des Deutschen Roten Kreuzes Pforzheim-Enzkreis. Auch die Rettung am Berg oder der Transport dringend benötigter Blutkonserven gehören zu den Aufgaben. Im Sommer werde der Rettungshubschrauber öfter angefordert, weil dieser aufgrund der Helligkeit länger eingesetzt werden könne, sagt Kneis: „Zudem ergeben sich vermehrt Verletzungsmuster wie Zweiradunfälle, Grillunfälle mit schweren Verbrennungen und ähnliches, die einen Transport mit dem Hubschrauber erfordern. Im Herbst und Winter kann er witterungsbedingt nicht so häufig eingesetzt werden.“

Im Schnitt fordert die integrierte Leitstelle Pforzheim den Helikopter 10- bis 15-mal pro Monat an. Seit Jahresbeginn waren es insgesamt 132 Einsätze, im Oktober bislang 13.

Weitere Einsätze: Das Kreisforstamt führte in den vergangenen Monaten Waldkalkungen durch, bei denen Hubschrauber zum Einsatz kamen. Von Ende Juli an verteilten sie über den Wäldern um Kieselbronn, Neulingen und Ölbronn-Dürrn sowie als letztes Ende September über den Wäldern um Birkenfeld und in der Würmhalde Gesteinsmehl vermischt mit unbelasteter Holzasche. Dadurch soll sich der Boden in den Wäldern regenerieren.

Auch werden Hubschrauberflüge für Personen- und Lastentransporte oder Film- und Fotoaufnahmen von oben gebucht.