nach oben
Ein Autobahnabschnitt, der es in sich hat: Der Ausbau der A 8 zwischen Niefern (rechts) und Eutingen (links) wird kompliziert. Der Zeitplan für die Baustelle ist ähnlich knifflig. Jürgen Sautter)
Ein Autobahnabschnitt, der es in sich hat: Der Ausbau der A 8 zwischen Niefern (rechts) und Eutingen (links) wird kompliziert. Der Zeitplan für die Baustelle ist ähnlich knifflig. Jürgen Sautter)
13.09.2018

Verspäteter A8-Ausbau bei Niefern: Das ist der neue Zeitplan

Kieselbronn/Niefern. Das schwerste Stück für eine moderne Autobahn kommt zum Schluss. Der Ausbau der A8 im Enztal von vier auf sechs Spuren schließt die Sanierung zwischen Karlsruhe und Stuttgart ab. Doch es wird ein Kraftakt ohnegleichen, mit diesem Nadelöhr Schluss zu machen. Fünf bis sechs Jahre Bauzeit veranschlagt das zuständige Regierungspräsidium (RP) in Karlsruhe.

Ersten Plänen zufolge sollte es eigentlich im Frühjahr nächsten Jahres losgehen. Die Bagger werden jedoch frühestens Mitte 2019, vielleicht sogar erst Ende 2019 anrücken, sagte RP-Projekteiter Timo Martin auf PZ-Anfrage.

Wie vielschichtig das alles ist, zeigt allein schon der aktuelle Bau der neuen Bahn-Brücke über die A 8 in Niefern und Eutingen (die PZ berichtete). Dieses Bauwerk offenbart den starken Zeitdruck, unter dem die RP-Macher jetzt ständig stehen. Bereits in drei Monaten müssen die Züge wieder fahren. Aber wie wird das erst, wenn die fünf Kilometer lange A 8-Trasse angepackt wird? Hat sich Martin bei der Zeitschiene verrechnet? „Nein, wir wissen, wie problematisch dieser ganze Ausbau ist“, sagt er. Er zählt die kritischen Punkte auf: „Nach der Bahn müssen wir noch sieben weitere A 8-Brücken erneuern, und wir müssen die rund 400 Meter lange Einhausung am Enzberg stemmen.“

Anspruchsvoll seien auch weitere Schritte, so die Anschlussstelle Pforzheim-Ost, deren Rampen künftig einige Meter höher verlaufen, sowie all die Lärmschutzkonstruktionen aus Wällen und Wänden. „Das alles ist auch deshalb so vertrackt, weil wir während der gesamten mehrjährigen Bauzeit ständig vier Streifen für den Autoverkehr aufrechterhalten.“

Mit der Ausschreibung der ins Detail gehenden Bauarbeiten befindet sich Martin in der Zielkurve. Ende des Jahres wolle das RP die Vergabe an Baufirmen starten. „Ungefähr ein halbes Jahr später könnte dann der Baubeginn sein“, so Martin zum Erfahrungswert. Doch der Zeitplan gehe nur auf, wenn es keine juristische Klage gegen die Entscheidung des RP gibt: „Ein Einspruch hat aufschiebende Wirkung.“ Martins Baureferat hat böse Erfahrungen mit solchen Auseinandersetzungen gemacht. So ging es 2005 im Bereich von der Raststätte bis Wurmberg erst ein Jahr später los – eine Firma, die nicht zum Zug gekommen war, hatte die Zuteilung angefochten. Und auf dem bereits fertigen Parkplatz „Am Waisenrain“ ist noch immer ungeklärt, wer den neuen Rasthof in Pforzheim bauen darf.

Mehr lesen Sie am Freitag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.