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Die mutmaßlichen Täter und das Opfer sollen zum Tatzeitpunkt nichts von der  Banden-Zugehörigkeit des jeweils anderen gewusst haben. Bei der Aufnahme handelt  es sich um ein Symbolbild.
Die mutmaßlichen Täter und das Opfer sollen zum Tatzeitpunkt nichts von der Banden-Zugehörigkeit des jeweils anderen gewusst haben. Bei der Aufnahme handelt es sich um ein Symbolbild. © Symbolbild
28.11.2011

Versuchter Mord: United Tribuns gegen Black Jackets

STRAUBENHARDT Versuchter Mord, schwerer Raub und unerlaubter Handel mit Betäubungsmitteln: Was die Staatsanwaltschaft vier Angeklagten aus Pforzheim, Stuttgart und dem Enzkreis vorwirft, soll sich alles größtenteils an einem Abend Ende Februar dieses Jahres in Straubenhardt zugetragen haben.

Zwei Drogendealer aus Stuttgart, die wohl den dortigen „United Tribuns“ angehören, sollen einem Straubenhardter „Black Jackets“-Mitglied ein Messer in den Bauch gerammt haben, um ihm nicht wie vereinbart ein Kilogramm Marihuana übergeben zu müssen und sich zusätzlich um 5000 Euro, den zuvor vereinbarten Kaufpreis, zu bereichern (die PZ berichtete). Die mutmaßlichen Täter und das Opfer sollen zum Tatzeitpunkt allerdings nichts von der Banden-Zugehörigkeit des jeweils anderen gewusst haben, wie die Polizei damals mitteilte.

Laut Anklageschrift ließen sie sich von dem Straubenhardter in Schwann das Geld zeigen, ehe einer der beiden Angeklagten ihm unvermittelt ein Messer zwölf Zentimeter tief in den Bauch rammte. Das Opfer zog ein mitgebrachtes Pfefferspray aus der Tasche und wehrte sich damit. Außerdem soll der Straubenhardter einen Autoreifen des Fluchtfahrzeuges zerstochen haben. Anschließend rettete er sich in das Auto eines Bekannten, der in der Nähe wartete und ihn direkt ins Neuenbürger Krankenhaus brachte. Dort musste das Opfer noch in der Nacht zweimal notoperiert werden. Wenige Tage nach dem Vorfall, konnte die Polizei unter anderem die beiden Stuttgarter festnehmen. Sie befinden sich seit März in Untersuchungshaft.

Neben diesen beiden sitzen noch zwei weitere Männer auf der Anklagebank. Ein Pforzheimer muss sich wegen des geplatzten Drogengeschäftes verantworten. Er soll den Deal mit eingefädelt haben, um selbst 400 Euro Provision zu erhalten. Ebenfalls wegen des Marihuanageschäftes muss sich ein 36-Jähriger aus Wiernsheim verantworten.

Der erste Verhandlungstag vor dem Schwurgericht in Karlsruhe entpuppte sich trotz regem Interesse der Öffentlichkeit als kurze Angelegenheit. Nach der Verlesung der Anklageschriftdurch Staatsanwalt Peter Stadler erörterte Richter Leonhard Schmidt die Lebengeschichten der vier Angeklagten, ehe er den Prozess unterbrach. Insgesamt sind bis jetzt vier Verhandlungstage zur Aufklärung der Straubenhardter Messerstecherei angesetzt. Am heutigen Dienstag sollen ab 13.30 Uhr die Angeklagten zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft Stellung nehmen, wobei einer bereits ankündigte, keine Angaben zu machen. Die anderen drei signalisierten Aussagebereitschaft.