nach oben
© Symbolbild: dpa
02.12.2011

Versuchter Mord: United Tribuns gegen Black Jackets

STRAUBENHARDT/KARLSRUHE. Im Prozess um versuchten Mord, standen sich am Freitag erstmals die mutmaßlichen Täter aus Stuttgart und das Opfer aus Straubenhardt gegenüber. Dass die Angeklagten dabei den United Tribuns anzugehören scheinen und das Opfer ein „Black Jackets“-Mitglied sein soll, spielte in der Vernehmung keine Rolle.

Der 26-jährige Straubenhardter wiederholte die Vorwürfe, die Staatsanwalt Peter Stadler schon zu Beginn der Verhandlung erhoben hatte. Demnach wollte das Opfer ein Kilogramm Marihuana kaufen, wendete sich an einen Bekannten, der als Vermittler fungieren sollte und wurde letztendlich gelinkt. Vor Gericht muss nun geklärt werden, wie es dazu kam, dass einer der Stuttgarter Angeklagten dem Opfer einen Messerstich in den Bauch versetzte (die PZ berichtete).

„Im dem Moment als das Geld übergeben wurde, spürte ich einen Schlag in den Bauch“, gab der Straubenhardter vor Gericht an. Er habe erst später gemerkt, dass es sich um einen Messerstich handelte. Weiter führte das Opfer aus, dass er daraufhin mit Pfefferspray versucht hat, sich die Angreifer vom Leib zu halten. Der Bekannte, der das Drogengeschäft vermittelt habe, sei sofort geflohen, als es gefährlich wurde. Damit bestätigte er die Version der Staatsanwaltschaft. Die beiden Stuttgarter Angeklagten schilderten in ihren Aussagen, dass sie zuerst mit Pfefferspray attackiert wurden, und der Messerstich eher ein Versehen war.

Nachdem den Stuttgartern die Flucht gelungen war, rettete sich der Angeklagte in das Auto eines bekannten. Dieser fuhr den Straubenhardter ins Krankenhaus und rettete ihm somit das Leben. Auf die schwerwiegende Stichverletzung ging auch ein Kripobeamter in seiner Aussage ein: „Aufgrund der Schwere der Verletzungen gingen wir von einem versuchten Tötungsdelikt aus statt von schwerer Körperverletzung.“ Die ersten Ermittlungen der Polizei gestalteten sich allerdings schwierig, da das Opfer zunächst keine genauen Angaben machen wollte. Erst als ein Arzt ihm nochmals sagte, wie knapp er dem Tod entkommen sei, entschloss sich der Straubenhardter zu einer ausführlichen Aussage. Durch Telefonüberwachungen kam die Kriminalpolizei nach und nach auf die Spur der Täter. Am Dienstag, 6. Dezember, wird die Verhandlung um 9 Uhr fortgesetzt.