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Die Justizvollzugsanstalt Heimsheim kommt nicht zur Ruhe. Nun hatte ein Gefangener der JVA eine Wärterin – die Frau erlitt  schwere Verletzungen  Foto: Ketterl
Die Justizvollzugsanstalt Heimsheim kommt nicht zur Ruhe. Nun hatte ein Gefangener der JVA eine Wärterin – die Frau erlitt schwere Verletzungen Foto: Ketterl
03.02.2017

Verurteilter Mörder greift im Heimsheimer Gefängnis Wärterin an

Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Heimsheim kommt nicht zur Ruhe. Mit eingeschmuggelten Handys veröffentlichten Häftlinge Bilder aus ihren Zellen. Im Oktober nahm sich ein Insasse das Leben. Vor einer Woche attackierte nun ein wegen Mordes verurteilter Gefangener der JVA eine Wärterin – die Frau erlitt schwere Verletzungen und musste in ein Krankenhaus transportiert werden. Inzwischen konnte sie die Klinik aber wieder verlassen, so ein Sprecher des Justizministeriums in Stuttgart.

Der Übergiff gegen die Bedienstete der JVA Heimsheim ereignete sich am vergangenen Samstag beim Aufschließen der Zelle. Als die Wärterin die Tür öffnete, schüttete der Gefangene unvermittelt den heißen Inhalt seines Wasserkochers in ihre Richtung und schlug auf sie ein, so das Ministerium. „Die Frau erlitt Verbrühungen insbesondere im Bereich des Gesichts sowie durch die Schläge erhebliche Verletzungen“, erklärte der Sprecher des Ministeriums. Den Vorfall stuft das Land „aufgrund der Intensität als außergewöhnlich ein“.

Hintergrund ist offenbar, dass der Gefangene in seiner Zelle in großem Umfang Gegenstände verwahrte. Im Januar war er „mehrfach nachdrücklich aufgefordert“ worden, sich freiwillig von Teilen seiner Habe zu trennen“. Als der Mann nicht aufräumte, musste die JVA durchgreifen – wegen „der Sicherheit und Ordnung sowie aus hygienischen Gründen“. Der vor vielen Jahren wegen Mordes verurteilte Häftling wurde in eine spezielle Zelle verlegt, um weitere Attacken zu verhindern.