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Tierquäler in der Region

Ein Bild des Jammers: Dieses Pferd musste in dem Engelsbrander Stall eingeschläfert werden.
Ein Bild des Jammers: Dieses Pferd musste in dem Engelsbrander Stall eingeschläfert werden.
12.03.2013

Verwahrloste Pferde erhalten neues Zuhause

Engelsbrand. Gute Nachrichten gibt es von den Pferden, deren erschütternder Zustand Anfang des Monats für Schlagzeilen gesorgt hat. Das Veterinäramt kann damit beginnen, erste Tiere bei anderen Besitzern unterzubringen, wie Amtsleiter Ulrich Dura gestern mitteilte.

Es stehe inzwischen fest, dass die Tiere keine ansteckenden Krankheiten haben, alle wurden vom Tierarzt untersucht und entwurmt. Der Bestand werde nun deutlich reduziert, so Dura: Bisher standen zehn Tiere in dem Stall in einem Engelsbrander Ortsteil, nun sollen sechs Tiere an andere Halter abgegeben werden. Die Besitzerin, die mit der Haltung offensichtlich überfordert war, kooperiere mit der Behörde. „Aber wir werden natürlich weiter nachprüfen, ob es klappt, wenn sie sich nur noch um vier Tiere kümmern muss“, betont er.

Ob die Frau künftig überhaupt noch Pferde halten darf, werde vor Gericht entschieden. Die Staatsanwaltschaft sei eingeschaltet, aber das Verfahren werde sicher noch eine Weile dauern.

Wie berichtet, hatten besorgte Bürger die unhaltbaren Zustände in dem Stall entdeckt. Die Tiere standen im Dreck und waren zum Teil bis auf die Knochen abgemagert. Ein Pferd lag hilflos am Boden und musste vom Tierarzt eingeschläfert werden. Darüber hinaus wurde bekannt, dass kurz davor bereits ein Fohlen gestorben war. Woran die beiden Tiere verendet sind, werde derzeit noch untersucht, so der Chef-Veterinär. Es dauere noch einige Zeit, bis der Pathologe die Ergebnisse vorlegen könne. Auffällig sei, dass nur das Fohlen abgemagert gewesen sei. Das andere Pferd habe wohl genügend Fressen gehabt. Nach dem PZ-Bericht über das Schicksal der Pferde hatten sich zahlreiche Menschen gemeldet: Sie alle wollten den Tieren ein neues Zuhause bieten, sogar Pferdehalter aus Schleswig-Holstein und Bayern boten ihre Hilfe an. Aus diesen Angeboten habe das Veterinäramt nun auswählen können, so Dura.

Man habe sich zunächst für erfahrene Pferdehalter aus dem Enzkreis entschieden, bei denen einige Tiere untergebracht werden. Später könnten auch Menschen zum Zug kommen, die weiter entfernt wohnen. Aber bevor ein Pferd in eine andere Region zieht, müsse man das Veterinäramt vor Ort einschalten, betont er. Das neue Zuhause werde überprüft: Schließlich soll kein Tier vom Regen in die Traufe kommen.

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