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Bewaffnet mit ganzen Fragenkatalogen starten die Realschüler in die Diskussion mit den Bürgermeisterkandidaten bei der Niefern-Öschelbronner Wahl.
Bewaffnet mit ganzen Fragenkatalogen starten die Realschüler in die Diskussion mit den Bürgermeisterkandidaten bei der Niefern-Öschelbronner Wahl.
Mit dem Blitzlicht ihrer Smartphones posieren die Werkrealschüler und ihre Lehrerin Ancilla Hoffmann zum Auftakt der WhatsApp-Befragung. Seibel
Mit dem Blitzlicht ihrer Smartphones posieren die Werkrealschüler und ihre Lehrerin Ancilla Hoffmann zum Auftakt der WhatsApp-Befragung. Seibel
03.05.2016

Via WhatsApp: Bürgermeisterkandidaten beantworten Fragen von Schülern in Niefern

Mit dem Kurznachrichtenprogramm WhatsApp fühlten Neunt- und Zehntklässler der Nieferner Werkreal- und der Realschule Bürgermeister-Kandidaten auf den Zahn. Schnell war klar: Die Jugendlichen beherrschen solche flinken Unterhaltungen mit dem Mobiltelefon. Fünf der sieben Bewerber machten bei der PZ-Aktion mit.

Das war mal ganz neu für die Neunt- und Zehntklässler der Nieferner Werkreal- und der Realschule. Im Klassenzimmer, wo sonst die Mobiltelefone tabu sind, durften sie nun bei der WhatsApp-Aktion der PZ die Handys herausholen und online über das Netzwerk Kandidaten der Bürgermeisterwahl am 8. Mai mit ihren Fragen bombardieren. „Das ist eine gute Aktion für die Schüler, manchmal gibt es ja Ärger, weil sie sich in der Klassengruppe in WhatsApp streiten“, so die Realschulrektorin Sylvia Schleifer-Dürr. Jetzt aber unter Federführung der PZ nutzten die Schüler das mobile Nachrichten-Programm, um Bewerbern für den Chefsessel im Nieferner Rathaus auf den Zahn zu füllen. „Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie man einen solchen Dienst auch sinnvoll nutzen kann“, sagte Schleifer-Dürr. Viele Schüler sind 16 und dürfen Bürgermeister wählen. Anton Seitz, Lehrer für Deutsch und Geschichte in der Realschule, nutzte die Aktion gleich für eine ganze Unterrichtseinheit über Wahlen auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene.

Die Fragerunden in den beiden Schulen fanden an unterschiedlichen Tagen statt. Die Handy-Antworten der Kandidaten haben wir auf dieser Seite zu Blöcken der fünf Bewerber zusammengefasst, die den Schülern Rede und Antwort standen. Zwei der sieben Kandidaten, Andreas Raus Guerreiro und Markus Klempin, konnten aus Zeitgründen nicht mitmachen.

„Chill-House“ im Blick

In der zehnten Klasse der Werkrealschule führte die Lehrerin Ancilla Hoffmann ihre Schützlinge ins Thema ein. Zudem erläuterte die PZ-Redaktion die Bedeutung eines Bürgermeisters für die Gemeinde.

Schon da stellte sich heraus, dass die Jugendlichen eine ganz eigene Sicht auf die Kommunalpolitik haben. Sie interessieren sich nicht so sehr für die Dauerbrenner wie den Autobahnausbau oder andere größere Projekte wie Gewerbegebiete oder Bahnhofsumbau. Sie wollten von den Kandidaten vielmehr wissen, wie zum Beispiel die Zukunft des Jugendtreffs „Chill-House“ aussieht. Die Räume werden jetzt zu einem Flüchtlingsheim umgebaut, Jugendliche finden derweil im Ministrantenraum der katholischen Kirche in Niefern eine Bleibe.

Ebenfalls ein Thema für die jungen Leute: Warum kann das Rasenfeld bei ihren Schulen nur bis 21 Uhr genutzt werden, wo es doch im Sommer zu dieser Zeit noch hell ist? Oder: Wäre es nicht möglich, auf dem Ausweichsportlatz bei der Bundesstraße Umkleidemöglichkeiten für Sportfreunde zu schaffen?

Angeregt haben die Schüler auch einen überdachten Bereich auf dem Nieferner Marktplatz. Ein Schutz vor dem Regen war im Gemeinderat schon mehrmals ein Thema. Dem Gremium waren aber die Kosten für ein Glasdach zu hoch. Natürlich ging es auch um das geplante schulische Erweiterungsgebäude und die Zukunft der beiden Schulen. Die kompletten Chatverläufe lesen Sie morgen in der „Pforzheimer Zeitung“.