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Container vor der Bauschlotter Halle boten bislang Gemeinschaftseinrichtungen für Asylbewerber. Einer wird nun als Unterkunft genutzt. Eine Familie war aus Protest in ein Zelt ausgewichen.Foto: Ketterl
Container vor der Bauschlotter Halle boten bislang Gemeinschaftseinrichtungen für Asylbewerber. Einer wird nun als Unterkunft genutzt. Eine Familie war aus Protest in ein Zelt ausgewichen.Foto: Ketterl
13.10.2015

Viel Gegenwind für geplante Asylunterkunft in Darmsbach - Liveticker vom Infoabend

Nur auf den ersten Blick wirkte es wie ein Sinnbild für die verzweifelte Asyl-Unterkunftssuche im Enzkreis: In Bauschlott sorgte eine Flüchtlingsfamilie für Aufsehen und für Irritiationen, die in der Nacht auf Dienstag im Zelt zwischen der dortigen Notunterkunft und dem Supermarkt campierte. Tatsächlich steckte dahinter aber ein Protest gegen eine Containerunterbringung, der erst im Lauf des Dienstagvormittags in Gesprächen mit Hilfe eines Dolmetschers ausgeräumt werden konnte.

So steht der Bauschlotter Vorfall auch für den wachsenden Druck, der sich um die Schaffung neuer Unterkünfte aufbaut. Im 528-Seelen-Ort Darmsbach zum Beispiel regt sich Widerstand gegen die geplante Unterbringung von bis zu 312 Asylbewerbern auf dem ehemaligen Piepenbrock-Gelände. Der Bürgerverein sammelt Unterschriften gegen die Größe der Unterkunft. Einige Darmsbacher wenden sich direkt an die PZ – und auf Facebook wird sogar eine Bürgerwehr angekündigt. Ein Brief an alle Remchinger Bürger zeigt aber, dass die Darmsbacher Flüchtlingen ebenso helfen wollen.

Auch Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon musste vier Tage nach seinem Brief an die Bewohner des kleinsten Ortsteils viele Reaktionen der Bürger „durchmachen“, wie er sagt. Positive als auch negative Rückmeldungen hätten sich die Waage gehalten, so der Schultes: „Es gab Angebote zu helfen aber auch böse Worte.“

Der Darmsbacher Bürgerverein sammelt nun aus zwei Gründen Unterschriften. Zum einen sei die geplante Zahl an Flüchtlingen auf dem ehemaligen Piepenbrock-Gelände zu hoch, findet der Vorsitzende Stefan Szabo. In der Hinsicht sei einfach über die Köpfe der Darmsbacher hinweg entschieden worden. „Wir haben nichts gegen diese Leute, aber das ist einfach zu viel“, so Szabo.

Zudem können die Bürger mit ihrer Unterschrift auf der heutigen Infoveranstaltung das Remchinger Netzwerk Asyl unterstützen. Der Bürgerverein wird dafür Adresslisten auslegen, kündigt er in einem offenen Brief an die gesamte Gemeinde vom 11. Oktober an. Man wolle so sehen, auf wie viele Remchinger man zählen könne, sagt Mariella Seemann. Selbst eine WhatsApp-Gruppe habe man im Kopf. So solle die Hilfe für die Flüchtlinge besser und schneller koordiniert werden können, so Seemann. „Wir müssen den Menschen helfen und haben uns auch schon im Vorfeld darüber Gedanken gemacht. Egal, ob es am Ende 312 oder nur 50 Flüchtlinge sind.“ PZ-news tickert ab 19 Uhr live vom Infoabend.

Mehr lesen Sie am Mittwoch in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

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