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Mit stimmungsvollen Akzenten umrahmten Sandie Wollasch und Matthias Hautsch den Festakt in der Kulturhalle. Foto: Zachmann
Mit stimmungsvollen Akzenten umrahmten Sandie Wollasch und Matthias Hautsch den Festakt in der Kulturhalle. Foto: Zachmann
Volles Jubiläumshaus: Mit zahlreichen Bürgern feierten Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon (von links), Staatssekretär Jürgen Walter und Kulturhallenleiter Roland Haag den 25. Geburtstag der Remchinger Kulturhalle. Rechts zu sehen ist der Dezernent des Enzkreises für Familie, Bildung und Kultur, Roland Hübner. Foto: Zachmann
Volles Jubiläumshaus: Mit zahlreichen Bürgern feierten Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon (von links), Staatssekretär Jürgen Walter und Kulturhallenleiter Roland Haag den 25. Geburtstag der Remchinger Kulturhalle. Rechts zu sehen ist der Dezernent des Enzkreises für Familie, Bildung und Kultur, Roland Hübner. Foto: Zachmann
01.11.2015

Viele Besucher, Freunde und Wegbegleiter feierten Jubiläum in Remchingen

Herzlichen Glückwunsch, Kulturhalle! Rund 300 Gratulanten aus Remchingen und der Region versammelten sich am Freitagabend in dem architektonisch-futuristischen und zugleich praktischen Striffler-Bau und erinnerten sich an 25 Jahre fesselnde Theaterstücke, mitreißende Konzerte von Chick Corea bis Max Giesinger, kunterbunte Comedy und Stars wie Inge Meißel, Gerd Dudenhöfer, Manfred Krug oder Dieter Hildebrandt.

Aber auch an gesellige Vereinsfeste vom Carneval bis zum Skibasar, an informative Fachtagungen, Lehrstellenbörsen, an den Mädchenflohmarkt oder Abschlussfeiern, die allesamt seit 1990 Platz in der Kulturhalle finden.

„Die Kulturhalle ist ein Ort der Begegnungen, nicht des Konsums“, sagte Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon zur Begrüßung und hatte nicht zu viel versprochen: Nach einem kurzweiligen Festakt, immer wieder ausdrucksstark umrahmt von Sängerin Sandie Wollasch, Gitarrist Matthias Hautsch und einer „skrupellosen Songauswahl“, bot der anschließende Stehempfang im Foyer ausreichend Zeit, um über ganz persönliche Kulturhallenmomente ins Gespräch zu kommen.

„Mittlerweile wissen alle im Kulturbereich, wo Remchingen liegt“, sagte Jürgen Walter, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg: „Sie ist aus der Region nicht mehr wegzudenken und selbst die, die anfangs dagegen waren, trauen sich dies heute nicht mehr zu sagen. Sie ist der Beweis, dass Provinzialität keine geografische, sondern eine geistige Kategorie ist.“

Als Vätern der Einrichtung dankte Walter nicht nur der Gemeinde und den Gemeinderäten, sondern insbesondere auch dem Kulturhallenleiter Roland Haag, einem „leidenschaftlichen Kulturmacher und Erfolgsgaranten“, mit dem er schon erfolgreich die Stars ausgetauscht hatte, als Wagner an der Scala Ludwigsburg und Haag noch am Tübinger Zentrum Zoo tätig war.

Die Remchinger Kulturhalle mit ihrer breit gefächerten Konzeption fordere alle zu aktivem Handeln auf: „Sie gestalten diese Halle selbst mit, ob als Vereinsvorstand oder bei der Lehrstellenbörse und im vielfältigen Programm findet jeder einen Platz“, sagte Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon, „Das ganze Team ist ein Glücksfall, es ist kein losgelöster Teil der Gemeindeverwaltung, sondern bringt sich ein.“ Mit Blick zu den Gemeinderäten ermutigte Prayon auch für die Zukunft: „Wir wissen, dass die Förderung von Kunst und Kultur gut angelegtes Geld ist.“

Daran, dass nicht immer jeder so viel auf die Kulturhalle gehalten hatte, erinnerte Roland Haag und zitierte aus dem Brief eines einflussreichen Bürgers vom Februar 1987, der die Verantwortlichen vom Irrweg abbringen wollte, „ein Objekt der Bedürfnisbefriedigung der elitären Oberschicht zwischen Pforzheim und Karlsruhe zu schaffen.“ Doch kaum hatten die Arbeiter noch am Tag der Eröffnungsfeier das Parkett verlegt und Schüler die Stühle zusammengeschraubt, schon nahm die Erfolgsgeschichte ihren Lauf und das Gästebuch, aus dem Haag einige Anekdoten zum Besten gab, füllte sich Seite um Seite: „Ich war mutig und konnte das alles nur mit einem bis heute hochmotivierten Team bewältigen, das auch abends, nachts und am Wochenende sein Bestes gibt.“