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Überraschende Perspektive für den Nachwuchs: Für das kommende Kindergartenjahr 2017/18 werden die Regelbeiträge für viele Betriebsformen in der Gemeinde Keltern kostengünstiger. Symbolbild: dpa, Archiv
Überraschende Perspektive für den Nachwuchs: Für das kommende Kindergartenjahr 2017/18 werden die Regelbeiträge für viele Betriebsformen in der Gemeinde Keltern kostengünstiger. Symbolbild: dpa, Archiv
21.06.2017

Viele Eltern müssen für den Kindergarten weniger zahlen

Keltern. Aufgrund der Komplexität bei der Kalkulation der Kindergartenbeiträge in Keltern kümmert sich seit geraumer Zeit die Kommunalberatung Kurz (KBK) um die Kosten- und Entgeltermittlung. Die aktuelle Vorlage im Kelterner Gemeinderat sorgte trotz Kritik in Details alles in allem für Erleichterung. Tatsächlich ist es aufgrund einer nahezu hundertprozentigen Auslastung und unter Beibehaltung fast aller Angebotsformen möglich, die Regelbeiträge in den Gruppentarifen vom Kindergartenjahr 2017/2018 an zu senken. Allerdings nicht bei allen Berechnungsgruppen. Teurer werden die Ganztagesgruppen für Kinder über drei Jahren (der Regelbeitrag steigt von 218 auf 228 Euro monatlich).

Nach ausgiebiger Diskussion votierte der Gemeinderat am Dienstagabend bei einem Abstimmungsverhältnis von 12:5 für die Annahme der Verwaltungsvorschläge. Die Kindergartentgelte werden wie bisher einkommensabhängig erhoben. Das letzte Kindergartenjahr bleibt in bewährter Weise im Regelbeitrag kostenfrei. Die Berechnungskalkulation und die Grundlagen zur Festlegung der Entgelterhebungen bildeten einmal mehr ein Thema für Manfred Dengler (Grüne), der unter anderem kritisierte, dass man das finanzielle Risiko der Auslastung der Kindergartenplätze auf die Eltern abschiebe. Die Frage stelle sich erneut, ob bei der Kalkulation tatsächlich das letzte Kindergartenjahr unberücksichtigt bleibe und diese Kosten somit rausgerechnet würden. Letzteres bestätigte die Verwaltung.

Dengler forderte, folgenden Beschlusspassus zu streichen: „Grundsätzlich werden sich aus der jährlichen Kalkulation ergebende Entgeltreduzierungen beziehungsweise Entgelterhöhungen an die Zahlungspflichtigen weitergeben.“ Denglers Anliegen fand allerdings keine Mehrheit und wurde mit 4:10 bei drei Enthaltungen abgelehnt. Auch ein Antrag von Susanne Nittel (SPD) konnte sich nicht durchsetzen. Sie wollte, dass die Regelbeiträge bei den Ü-3-Ganztagesgruppen nicht erhöht werden. Das Anliegen scheiterte bei zehn Neinstimmen und sieben Befürwortern.

Jürgen Müller (CDU) lobte das gute Kinderbetreuungsangebot in Keltern. Das regelbeitragsfreie letzte Kindergartenjahr seit 2011, die umfassenden Angebote und die pädagogische Kompetenz würden stimmen. Allerdings sei mittlerweile bei der Berechnung der Kindergartengebühren ein „Bürokratiemonstrum“ entstanden. Eine Vereinfachung sei sinnvoll und möglich. Nittel wiederum charakterisierte die Gebührensatzung als toll. Man werde allen Aspekten umfassend gerecht. So genau sei es von der Ratsmehrheit gewollt. Michael Trägner (FWG) sekundierte, dass die Gebührenstruktur zwar sehr kompliziert sei, andererseits aber wohl auch sein müsse, denn man verfolge das Prinzip je gerechter, desto komplizierter.

Kämmerer Frank Kern unterstrich, dass die Kalkulation sehr aufwendig sei und man daher auch weiterhin auf die Berechnungsgrundlagen der KBK zurückgreifen müsse. Insgesamt soll das Minus der Gemeinde bei den laufenden Kindergartenkosten den Betrag von 1,76 Millionen Euro nicht übersteigen. Allerdings sieht die Ratsmehrheit diesen Betrag nur als Zielwert an, der nicht als Punktlandung einzuhalten sei.