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Die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung wird zur Herausforderung. Bei der Veranstaltung „docs4pfenz“ des Gesundheitsamts informieren unter anderen (von links) Ludger Schmitt (Haus Sonnhalde), Moderatorin Andrea Katz, Christian Albrich („looping“), Landrat Karl Röckinger, Manfred Krammer (Siloah-St. Trudpert), Till Neugebauer (Hausarzt), Brigitte Joggerst (Leiterin Gesundheitsamt), Stefan Pfeiffer (Enzkreis-Kliniken), Tanja Pribek (AOK) und Kenan Hörsch (Sparkasse).  Kollros
Die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung wird zur Herausforderung. Bei der Veranstaltung „docs4pfenz“ des Gesundheitsamts informieren unter anderen (von links) Ludger Schmitt (Haus Sonnhalde), Moderatorin Andrea Katz, Christian Albrich („looping“), Landrat Karl Röckinger, Manfred Krammer (Siloah-St. Trudpert), Till Neugebauer (Hausarzt), Brigitte Joggerst (Leiterin Gesundheitsamt), Stefan Pfeiffer (Enzkreis-Kliniken), Tanja Pribek (AOK) und Kenan Hörsch (Sparkasse). Kollros
12.11.2017

Viele Partner mit Ideen gegen Ärztemangel

Das Thema ist seit Jahren allgegenwärtig: Ein anhaltender Ärztemangel sowohl auf dem flachen Land, als auch in den Städten sowie im klinischen Bereich – und in der Tendenz sogar zunehmend.

Vor diesem Hintergrund organisierten zum zweiten Mal das Pforzheimer Gesundheitsamt und mehrere Kooperationspartner die Konferenz „Weiterbilden und Niederlassen“. Zur Akquise von Nachwuchsärzten haben sich die regionalen Kliniken und die örtliche Ärzteschaft zur Initiative „Ärzte für unsere Region“ mit dem Kurzlabel „docs4pfenz“ zusammengefunden. Begleitet wird diese Kooperation durch das Gesundheitsamt, Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung oder auch den Hausärzteverband.

Zum Hintergrund verdeutlichte der Ärztliche Direktor der Enzkreis-Kliniken in Mühlacker, Stefan Pfeiffer, dass die Notaufnahmen der Krankenhäuser mehr und mehr frequentiert seien, für ihn ein klares Indiz dafür, dass die medizinische Versorgung durch Ärzte in der Breite nicht mehr ausreichend sei. Dem pflichtete auch sein Kollege Manfred Krammer vom Pforzheimer Siloah-St. Trudpert-Klinikum bei.

Junge Ärzte gesucht

Dem Nachwuchsmangel in den Häusern versuche man dadurch zu begegnen, junge Ärzte an die Region zu binden, dies auch im Kooperation mit den niedergelassenen Ärzten, die ja mit dem selben Problem zu kämpfen hätten.

Krammer wies noch auf eine andere sich abzeichnende Problematik hin, die im Kliniken-Bereich zu lösen sei: Zunehmend werde der Arztberuf von Frauen ausgeübt. Und aus familiären Gründen hätten diese vermehrt den Wunsch nach Teilzeitbeschäftigung oder auch Nachtschichtbefreiung. Da gelte es neue Konzepte und Modelle zu entwickeln.

Rund 30 angehende Ärzte, vorwiegend Medizinstudenten aus den Uni-Kliniken Heidelberg, Tübingen und Ulm, hatten sich zu der Tagung eingefunden, aber auch einige gestandene Kollegen, die etwa aus familiären Gründen ihre praktische Tätigkeit unterbrochen hätten. „Es geht uns darum, den angehenden Kollegen auch neue Formen der ärztlichen Tätigkeit aufzuzeigen, etwa als angestellter Arzt in einer Praxis“, so der in Maulbronn praktizierende Till Neugebauer. Zudem gebe es immer wieder Fälle, dass etwa ein Landarzt seine Praxis aufgeben, seinem potenziellen Nachfolger aber durchaus noch geraume Zeit zur Seite stehen wolle.

Weiterbildung wichtig

Ein Thema war etwa auch die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin innerhalb eines bestehenden Verbundes zwischen hiesigen Kliniken und kooperierenden Praxen. Konkret: drei Jahre Einsatz in einer Klinik und zwei Jahre bei einem niedergelassenen Kollegen. Dieses quasi „duale System“ komme letztlich den Patienten in der Praxis zugute, weil der behandelnde Arzt die Strukturen und insbesondere auch die Kollegen in der stationären Versorgung kenne, so der Siloah/Trudpert-Direktor Krammer.

Landrat Karl Röckinger zeigte sich erfreut über das ausgeprägte Miteinander zwischen den Kliniken und den Hausärzten. Und die große Beteiligung an der Konferenz zeige, dass das Thema offenbar einen Nerv treffe.

Weitere Infos: www.docs4pfenz.de