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Moe Dierstein, ausgezeichnet mit mehreren Preisen, brillierte mit ihren Violin-Soli .  Foto: Gabi Meyer 

Viele Talente bei Konzert von jungen Musikern in Schömberg

Schömberg. Wer bei Konzerten nur auf große Namen setzt, wird kaum zum Landesjugendbarockorchester ins Schömberger Kurhaus gekommen sein. Schade für den, der‘s verpasst hat. Denn die jungen Musiker boten einen dynamischen und kontrastreichen musikalischen Abend – frisch, mit Elan und offensichtlicher Freude am Musizieren. Und mit einer solch hohen instrumentalen Präzision und spielerischem Potenzial, dass der barocke Klangreichtum sich voll entfaltete.

Es ist der Schömberger Gerd-Uwe Klein, der mit Leidenschaft den künstlerischen Nachwuchs nicht nur in der Gemeinde fördert und der mit großem Gespür für besondere Begabungen als künstlerischer Leiter das Landesjugendorchester gründete. Zusammen mit dem Cembalisten und Kammermusikspezialisten Carsten Lorenz hat er das Landesjugendbarockorchester auf ein Niveau gehoben, das dem eines professionellen Orchesters kaum nachsteht. Auch in Anbetracht der Tatsache, dass diese jungen Musikerinnen und Musiker, die aus allen Teilen des Landes kommen, nur in den flexiblen Probenphasen die Möglichkeit haben, sich orchestral aufeinander einzustimmen und kein lange eingespieltes Team sind, ist die homogene Klangentwicklung mit ihrer Leichtigkeit und Eleganz der Spielweise beeindruckend.

Der Abend begann mit dem Concerto grosso XI von Georg Muffat, eines musikalischen Kosmopoliten mit einem sehr persönlichen Klangidiom. Ein eher unbekanntes Werk, verglichen mit den Kompositionen Antonio Vivaldis, dem ein Großteil des Konzertes gewidmet war. Aber ein fulminanter Anfang, bei dem bereits das Können der Solisten aufleuchtete. Ebenso wie bei Vivaldis Konzert für Blockflöte in c-moll, seinen Konzerten für Viola d’amore, sowie für zwei Oboen, Streicher und Basso continuo. Spannend machte den barocken musikalischen Bogen Johann Adolph Hasses Sinfonia III für Streichinstrumente und Basso continuo und vor allem Lorenzo Gaetano Zavateris Violinkonzert XII.

Lebendig interpretierte das Landesjugendbarockorchester – zum großen Teil mit Originalinstrumenten – Kompositionen, die trotz ihrer Zuordnung zur Barockmusik in ihrer musikalischen Gestaltung weit auseinander liegen. Ein Highlight des Abends war sicher Zavateris grandioses Violinkonzert. Mit Zavateri konnte besonders die Violonistin Moe Dier-stein mit ihrer virtuosen Spielweise beeindrucken. Im Orchester sind viele Talente, so wurden als Solisten auch Johanna Dall’Asta, Julia Wetzel, Clara Hamberger, Maya Renzi, Charlotte Baumgarten und Magdalena Todt mit viel Applaus bedacht. Eine Zugabe musste her. Klein hatte dafür Giuseppe Antonio Brescinellos Chaconne 6 ausgesucht. Auch eine „Ausgrabung“, die es verdient hat, ins Tageslicht gehoben zu werden.