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Manfred Fiess (Pilot Drohne) und Theo Knobel (Landwirt) arbeiten als Team perfekt zusammen. Meyer 

Vier Drohnen sollen Rehkitze im Kreis Calw vor dem Mähtod retten

Kreis Calw. Das ist doch einmal ein schlagartiger Themenwechsel: Am Tag nach der Bundestagswahl verschwendete die CDU-Fraktion des Calwer Kreistags keine Gedanken an Regierungspolitik, sondern machte sich vielmehr für die Natur stark. Im Umwelt-Ausschuss in Bad Liebenzell setzten sich die Christdemokraten für den Schutz von Rehkitzen ein.

Die CDU beantragte eine Finanzspritze für die Kreisjägervereinigung, die mit weiteren Drohnen noch mehr neugeborene Tiere in den Wiesen vor dem Mähtod bewahren kann. Die Jäger hatten bereits zwei Fluggeräte gekauft, um große Wiesenflächen abzusuchen, und damit mittlerweile rund 100 Kitze gerettet. Dem Vorschlag der Kreisverwaltung, der Jägervereinigung 2022 mit 3000 Euro unter die Arme zu greifen, folgte der Ausschuss einstimmig.

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Region

Rettung in Straubenhardt: 40 Rehkitze vor dem Mähtod bewahrt

Fast alle Rehkitze werden im Mai oder Juni geboren. Von den Ricken in Wiesen gelegt, drücken sich die Kitze reglos ins Gras, um vor Feinden sicher zu sein. In diese Setzzeit fällt allerdings oft die erste Mahd. Da die Kitze nicht flüchten und von Landwirten kaum erkennbar sind, wurden sie bisher oft von Mähdreschern schwer verletzt.

Landwirte sind verpflichtet, Wiesen vor dem Mähen unter die Lupe zu nehmen. Das machen Jäger mit ihren Hunden. Doch mit Drohnen und der eingebauten Wärmebildkamera könne die Jägervereinigung gefährdete Tiere zum einen viel genauer erkennen und zudem wesentlich größere Flächen absuchen, sagte Kreisjägermeisterin Elke Marko. Ein 100 auf 100 Meter großes Feld lasse sich in rund drei Minuten abfliegen, so Marko. Allerdings sind die Fluggeräte teuer.

Mehr dazu lesen Sie am Dienstag, 28. September, in der Nordschwarzwald-Ausgabe der "Pforzheimer Zeitung" oder im E-Paper auf PZ-news.