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Symbolbild dpa
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07.09.2018

Vogelsterben in Pforzheim und im Enzkreis: Usutu-Virus breitet sich weiter aus

Pforzheim/Enzkreis. Das tropische Usutu-Virus verursacht auch in diesem Sommer ein Vogelsterben, das vor allem Amseln trifft. In Baden-Württemberg zirkuliert das Virus seit 2010, seitdem tritt es jedes Jahr in unterschiedlicher Intensität auf. „Um die Entwicklung des Virus besser einschätzen zu können, ist der Nabu auf die Mithilfe der Bevölkerung auch im Enzkreis und Pforzheim angewiesen“, sagt Gerold Vitzthum vom Nabu Pforzheim und Enzkreis.

Unter www.nabu.de/usutu-melden können Beobachtungen toter Vögel gemeldet werden. Dort gibt es auch eine Anleitung zum Verschicken toter Tiere an das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) in Hamburg oder Veterinär-Untersuchungsämter. „Dabei gibt es einiges zu beachten. Neben Fundort, -datum und -umständen sollte der Finder die Symptome benennen und gerne ein Foto anfügen. Das Tier sollte gut gekühlt und zügig sicher verschickt werden. Bitte die Tiere nicht ohne Handschuhe anfassen“, rät Vitzthum.

Bislang wurden 2018 bundesweit bereits 1.500 Usutu-Verdachtsfälle an den Nabu gemeldet, knapp zwei Drittel davon alleine im August und laufenden September. In Baden-Württemberg ist die Situation noch nicht so dramatisch wie in anderen Regionen: In diesem Jahr wurden knapp hundert Verdachtsfälle gezählt, was unter dem Bundesdurchschnitt liegt. Bundesweit wurde der Usutu-Virus bisher in 43 infizierten Vogelkadavern nachgewiesen, davon stammen vier bestätigte Fälle aus Baden-Württemberg. Diese Zahlen können noch steigen, da noch nicht alle eingesendeten Vögel untersucht sind.

„Die Viren werden ausschließlich von infizierten Stechmücken übertragen, kranke und tote Vögel sind nicht ansteckend für andere Vögel, Haustiere oder Menschen“, sagt Gerold Vitzthum. Der warme Sommer dieses Jahres dürfte die Ausbreitung des ursprünglich tropischen Virus begünstigt haben. Leider kann man Usutu-Infektionen weder verhindern noch behandeln. Waren in den ersten Jahren lediglich wärmebegünstigte Regionen entlang des Rheintals und am Untermain betroffen, konnte seit 2016 eine Ausbreitung über Nordrhein-Westfalen nach Norden und in Richtung Bayern sowie ein Ausbruch im Raum Leipzig und Berlin festgestellt werden. In diesem Jahr sind vor allem die Regionen um Nürnberg, Bremen und Hamburg neu betroffen.

Um die tatsächliche Ausbreitung des Virus dokumentieren zu können, ist es wichtig, möglichst viele Verdachtsfälle im Labor bestätigen zu können. „Der Nabu und Tropenmediziner bitten daher die Bevölkerung, kranke oder verendete Tiere zu melden und möglichst zur Untersuchung einzusenden, um die Auswirkungen einer für Deutschland neuen Vogelkrankheit auf wildlebende Vogelarten zu dokumentieren und deren Folgen abzuschätzen“, so der Nabu Pforzheim und Enzkreis. So können neuartige Gefährdungsursachen für Vogelarten mit anderen Bedrohungen wie Klimawandel und Lebensraumverlust besser verglichen und beurteilt werden.

Weitere Informationen:

www.nabu.de/usutu-melden

tigerhai
09.09.2018
Vogelsterben in Pforzheim und im Enzkreis: Usutu-Virus breitet sich weiter aus

Leider sind die unzähligen Tauben in meinem Hinterhof gegen das Virus immun... mehr...

Demagoga
09.09.2018
Vogelsterben in Pforzheim und im Enzkreis: Usutu-Virus breitet sich weiter aus

deshalb höre ich sie nicht mehr :( Ich hatte mir schon überlegt, alle Katzen mit Hilfe meines Wasserschlauchs zu jagen ......... mehr...