760_0900_105242_123710799.jpg
Das Volksbegehren zum Artenschutz „Rettet die Bienen“ geht ab Dienstag nächster Woche in die nächste Runde. Die Organisation proBiene hofft in der Region auf einen hohen Zuspruch. Doch es gibt auch Kritiker.  Foto: Linda Vogt/dpa-Archiv

Volksbegehren zum Artenschutz heiß diskutiert – Gefährdet es heimische Betriebe?

Enzkreis. Am 24. September geht das Volksbegehren „Artenschutz – Rettet die Bienen“ in die nächste Runde. Dann werden überall im Land Unterschriften gesammelt. Die Initiatoren kommen von proBiene, dem Freien Institut für ökologische Bienenhaltung. Im Internet werben die Organisatoren damit, dass die Aktion von maßgeblichen Verbänden in Baden-Württemberg mitgetragen wird, etwa BUND, Nabu, Demeter, Naturland, Fridays for Future bis hin zur Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch-Hall (www.volksbegehren-artenschutz.de). Großen Rückhalt genießt das Volksbegehren bei regionalen Imkern.

Doch der Eindruck, dass alle ökologisch Interessierten an einem Strang ziehen, täuscht. Und das hat etwas mit dem Forderungskatalog des Volksbegehrens zu tun. So soll der Ökolandbau bis zum Jahr 2035 auf einen Anteil von 50 Prozent anwachsen, eine Halbierung des mit Pestiziden belasteten Flächenanteils bis 2025 erreicht werden. Und ein Verbot von Artenvielfalt gefährdenden Pestiziden in Naturschutzgebieten erzielt werden.

Was sich auf den ersten Blick sympathisch anhört, könnte allerdings auch viele heimische Betriebe in ihrer Existenz gefährden. Das zumindest befürchten einige Erzeuger in der Region. Auf Weinfesten landauf landab geht es deshalb seit Wochen nicht nur weinselig zu: Es wird auch diskutiert. Erst in dieser Woche warnte Rebschutzwart Werner Schreiber in der Sitzung des Kelterner Gemeinderats vor den möglichen, negativen Folgen des Volksbegehrens Die Redaktion hat sich deshalb umgehört und ist auf ein munteres Stimmungsbild gestoßen.

Walter Appenzeller, engagiert im Weinbaustammtisch Keltern, weist seit Wochen in den sozialen Medien auf die Gefahren hin, die seiner Meinung für den Fortbestand des Weinbaus in der Region verbunden sind.

Eine Podiumsdiskussion am 24. Oktober ab 19 Uhr im Goldenen Anker in Dillweißenstein soll Raum geben, um sich unterschiedliche Positionen anzuhören. Moderiert von Walter Appenzeller sind mit von der Partie: Imker-Obmann Uwe Kille, Biowinzer Robin Bischoff und BUND-Landesgeschäftsführerin Sylvia Pilarsky-Grosch.

Mehr über die Meinungen zum Volksbegehren lesen Sie am Samstag, 21. September, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.