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Symbolbild: dpa
Bürgermeisterwahl in Königsbach-Stein steht bevor © Symbolbild: dpa
25.06.2012

Vollgas beim Bürgermeister-Wahlkampf in Königsbach-Stein

Noch zwei Wochen bis zur Bürgermeisterwahl in Königsbach-Stein am 8. Juli: Jetzt gehen die drei Kandidaten Peter Christ, Oliver Deiß und Heiko Genthner in die heiße Phase des Wahlkampfs um die Nachfolge von Schultes Bernd Kielburger. Der langjährige Rathauschef tritt nicht mehr an. Das Kandidaten-Trio präsentierte sich in der Festhalle der TG Stein.

Die offizielle Bewerbervorstellung der Gemeinde bot den Wählern die Chance, allen Kandidaten auf den Zahn zu fühlen, sie zu fragen, wie sie in Zukunft auf dem Chefsessel im Rathaus die Gemeinde gestalten wollen. Rund 500 Zuhörer wollten das miterleben. Bernd Kielburger, der als Wahlleiter die Zuhörer und Kandidaten begrüßte, freute sich besonders über das große Interesse: „Das ist eine überwältigende Resonanz.“

In Königsbach-Stein sei die Welt noch weitgehend in Ordnung, sagte Peter Christ als erster Redner. Er sprach sich für „kleine angemessene Baugebiete“ in beiden Ortsteilen aus – „die sogenannte Hinterhofbebauung ist mir sehr wichtig.“ Die Lebensmittelversorgung sei gerade in Stein „von zentraler Bedeutung“. Die jüngste Schließung der Schlecker-Märkte in der Doppelgemeinde dürfe nicht einfach zur Kenntnis genommen werden, sagte der 52-Jährige aus Karlsbad, der zurzeit Hauptamtsleiter der Gemeinde Ölbronn-Dürrn ist. Eine sichere Nahversorgung stärke die Wohnqualität. Jugendliche und Senioren könnten noch mehr aufeinander zugehen. „Wie wäre es, wenn die Jugend den Älteren beim Thema Computer behilflich ist oder bei beschwerlichen Arbeiten zur Hand geht?“ so Christ. Junge Leute wiederum könnten mit einer Bescheinigung für soziales Engagement ihre Chancen bei Bewerbungen für einen Beruf verbessern. Königsbach-Stein dürfe nicht aus dem Blick verlieren, dass die Gemeinde aufgrund der demografischen Entwicklung bis 2030 rund 600 Einwohner verlieren werde.

Oliver Deiß, der in Stein aufwuchs, rückte die Kinderbetreuung und die Schulbildung in den Blickpunkt. „Die Gemeinde muss sich auf verschiedene Auslastungsszenarien einstellen und dafür bereits jetzt Lösungen ausarbeiten“, sagte der 36-Jährige aus Eggenstein-Leopoldshafen, wo er im Rathaus für Personalplanung zuständig ist. Die Gemeinde müsse sich verstärkt um die älteren Bürger kümmern, aber auch die Einkaufsbedingungen verbessern. Er regte einen Fahrdienst an, der die Menschen zu den Märkten bringe. Außerdem müsse der innerörtliche Straßenverkehr gesteuert werden: „Für unsichere Ortseingänge und unfallträchtige Landstraßen müssen schnell Lösungen erarbeitet werden.“ Deiß will die beiden Ortsmitten beleben. „Königsbach-Stein darf nicht zu einer Ess- und Schlafgemeinde werden“, so Deiß, „es muss eine Wohlfühlgemeinde bleiben.“

Heiko Genthner ging besonders auf die Interessen der älteren Bürger ein. Nahversorgung, Kultur und Freizeitangebote garantierten, dass sich die Einwohner aus Königsbach und Stein „nicht mühevoll nach Karlsruhe oder Pforzheim begeben müssen“, sagte der Eisinger, der im Pforzheimer Rathaus in der Stadtkämmerei arbeitet. Er sprach offen die Probleme der Pforzheimer Finanzgeschäfte an, er meinte die hohen Verluste durch Spekulationen am Geldmarkt: „Ich aber gelte als bodenständig und stehe für eine solide Haushaltswirtschaft.“ Königsbach-Stein sei einer der wichtigsten Schulstandorte. Da die Nachbarkommunen jedoch nachgezogen hätten, müsse die Gemeinde „am Ball bleiben und die Schulen kontinuierlich gut ausstatten“. Er wolle auch die Nachfolgesuche für die Arztpraxen unterstützen, so der 47-Jährige. Und: Neuansiedlungen von Unternehmen seien nur selten zu bewerkstelligen, deshalb sei es aber für die Firmen in Königsbach-Stein „umso wichtiger, die bestehenden Firmen „zu hegen und zu pflegen“, sagte Heiko Genthner.

Am heutigen Dienstag, 26. Juni, um 19 Uhr in der Königsbacher Festhalle stellt sich das Bewerbertrio den Bürgern noch einmal vor.