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Will wieder einen Weltrekord knacken: Jonas Deichmann.  Foto: Kevin Merrey 

Vom Nordkap nach Kapstadt: Extremsportler Jonas Deichmann geht wieder auf Weltrekordjagd

Engelsbrand-Grunbach. Es ist wieder soweit: Der ehemalige Grunbacher Jonas Deichmann radelt wieder los. 18.000 Kilometer vom Nordkap in Norwegen bis zum südlichen Ende Afrikas und das ohne Unterstützung. Er will es in weniger als 75 Tage schaffen – einen ganzen Monat schneller als der bisherige Weltrekord.

Die Rekordfahrt beginnt am Sonntag, 8. September 2019, um 8 Uhr am nördlichsten Punkt Europas und führt durch Finnland, Russland, und den Nahen Osten bis Ägypten, bevor es quer durch Ostafrika bis nach Kapstadt weitergeht. Die Route durch 15 Länder gilt schon seit langem als eine der größten Herausforderungen im Ultraradsport. Für den Extremsportler ist es nicht das erste unmöglich klingende Projekt. Vor zwei Jahren hat der vierfache Weltrekordler bereits die schnellste Eurasien-Durchquerung geschafft – 14.000 Kilometer von Portugal bis nach Wladiwostok an der russischen Pazifikküste in 64 Tagen.

Letztes Jahr dann sein bisher größtes Projekt – die Panamericana von Alaska bis nach Feuerland alleine und ohne Unterstützung in 97 Tagen – einen Monat schneller als der vorherige Rekord. „Es gibt drei große Kontinentaldurchquerungen in der Welt und für zwei habe ich bereits den Rekord. Die Strecke durch Europa und Afrika ist für mich der nächste logische Schritt“, erzählt Deichmann.

Fotograf an der Seite

Anders als bei seinen letzten beiden großen Abenteuern ist er dieses Mal mit einem Partner unterwegs. Der Düsseldorfer Fotograf und Abenteurer Philipp Hympendahl wird ihn bei seinem Mammutprojekt mit einer kleinen Kameraausrüstung begleiten. „Bisher war ich immer alleine unterwegs und es wird sicherlich eine komplett andere Erfahrung zu zweit. Ich glaube nicht, dass es unbedingt einfacher wird, denn das Teamwork bei einer solchen Reise wird eine große Herausforderung“, sagt der Extremsportler.

Für den Fotografen, der bereits einige Erfahrung im Langstreckenbereich hat, wird es sportlich gesehen eine echte Herausforderung sein: „Ich hoffe, dass ich über den langen Zeitraum der Zähigkeit von Jonas gewachsen bin.“

Neben der langen Distanz wird die Reise auch eine enorme logistische Herausforderung. Deichmann und Hympendahl sind ohne externe Unterstützung unterwegs und tragen ihre Ausrüstung und Verpflegung komplett alleine. Im politisch instabilen Nahen Osten und während der 11.000 Kilometer durch Afrika dürfe nichts schiefgehen, denn Radläden und professionelle Hilfe sind teils Tausende Kilometer entfernt, so Deichmann. „Für uns gehören die Schwierigkeiten und extremen Situationen, die sicherlich kommen werden, einfach dazu. Das macht ein großes Abenteuer aus und es sind hinterher die besten Erinnerungen“, freut sich der Sportler.

Mehr lesen Sie am Mittwoch, 4. September, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

Julia Wessinger

Julia Wessinger

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