nach oben
Freuen sich, wieder ein gelungenes Jahrbuch präsentieren zu können (von links mit Buch): Hans Schabert, Martin Frieß, Hans Neuweiler und Carola Knecht mit Autoren und Freunden der Kreisgeschichte.  Foto: Eschwey
Freuen sich, wieder ein gelungenes Jahrbuch präsentieren zu können (von links mit Buch): Hans Schabert, Martin Frieß, Hans Neuweiler und Carola Knecht mit Autoren und Freunden der Kreisgeschichte. Foto: Eschwey
03.11.2015

Von Nazi-Gegnern und Revolutionären

„Ich stoße immer wieder an eine Mauer des Nichtwissens, was Einzelheiten unserer Kreisgeschichte betrifft“, sagte Kreisarchivar Martin Frieß bei der Vorstellung des dritten Historischen Jahrbuchs „Einst und Heute“ für den Landkreis Calw im Kurhaus von Schömberg.

Der Redakteur hofft, dass mit diesem Jahrbuch Lücken in die Mauer des genannten Unwissens gerissen werden können, um viel Licht in die Ereignisse bringen zu können. Begrüßt wurden Autoren und Gäste von Hans Schabert, dem Vorsitzenden des Kreisgeschichtsvereins (KGV). Grußworte sprachen Bürgermeister Matthias Leyn, Carola Knecht, Leiterin der Abteilung Schulen und Kultur im Landratsamt Calw sowie Hans Neuweiler, 1. stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Pforzheim Calw. Neuweiler versprach, dass die Sparkasse auch in Zukunft das Projekt finanziell fördern wird. „Ich bin immer wieder von der Qualität der Beiträge überrascht“, versicherte er.

Mit Sachkenntnis und Humor führte Martin Frieß in das Jahrbuch ein. „In den von zwölf Autoren geschriebenen Beiträgen werden nicht nur spannend zu lesende, geschichtliche Zusammenhänge aufgearbeitet und beschrieben, sondern sie helfen auch zu verstehen, dass unsere Welt nicht zufällig so geworden ist, wie sie ist“, sagte er. So erfuhren die Besucher, dass der erste Calmbacher Bürgermeister nach Ende des 2. Weltkriegs, Robert Müller, als Kommunist Nazigegner gewesen war und am sogenannten „Kabelattentat“ auf Hitler in Stuttgart 1933 beteiligt war. Die „Attentäter“ hatten das Übertragungskabel zu den Lautsprechern, die Hitlers Rede in der Stadthalle auf den Marktplatz übertragen sollten, mit einem Beil durchtrennt. Es ist spannend zu lesen, wie Müller und seine jüdische Frau die Nazizeit überstanden haben. Ebenso interessant ist es zu erfahren, wie schwer sich Schwaben als Revolutionäre tun. Dabei geht es um die Revolution 1848/49 in Calw, wo es „Eine außerordentliche Erregung der Gemüter“ gegeben hatte.