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Das wichtigste Gepäck für Jeremy sind Gitarren und ihr Zubehör.
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07.09.2017

Von Schwann nach Großbritannien: Trotz Brexit ab nach England

Die Zahlen, die die britische Statistikbehörde kürzlich veröffentlicht hat, sprechen eine eindeutige Sprache: 246 000 Menschen wanderten von März 2016 bis März 2017 nach Großbritannien ein – der niedrigste Wert seit drei Jahren. Zusätzlich verließen 33 000 EU-Ausländer die Insel – so viele wie seit zehn Jahren nicht. Mögliche Gründe? Natürlich der Brexit. Doch auch bei diesem Trend gibt es, wie so oft, Ausnahmen. Eine davon ist der 17-jährige Jeremy Buck aus Schwann. Er besucht bis Mai 2018 ein College im englischen Lewes.

Was treibt den 17-jährigen Schüler der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule in Mühlacker ausgerechnet nach England – ein Land, das die EU verlässt, einen harten Ausstieg forciert und je nach politischer Couleur EU-Ausländer am liebsten loswerden will? „Ursprünglich wollte ich in die USA“, sagt Buck. So sei erst die Idee zu dem Auslandsaufenthalt entstanden: Als der junge Musiker sich eine neue Gitarre des amerikanischen Herstellers Gibson aus der Stadt Memphis gekauft hat, habe sein Vater gesagt: „Mach doch ein Auslandsjahr. Geh nach Memphis und lass dir dort alles zeigen.“

Buck überlegte, entschied sich gegen die USA. „Weil ich dort nichts darf in meinem Alter.“Im Nachhinein ist er froh über seine Entscheidung: „Nach Trumps Amerika würde ich nicht gehen wollen.“ In England kann Buck, sobald er 18 ist, nicht nur in Kneipen gehen, sondern auch sein Wunsch-College besuchen. Die Musik, führt den 17-Jährigen nun ins beschauliche Lewes. Ein Städtchen mit 16 000 Einwohnern weniger als eine Stunde von London entfernt.