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10.02.2009

Vor dem Wintereinbruch noch einmal vom Sturm zerzaust

PFORZHEIM/ENZKREIS/CALW. Sturmböen von um die 100 Stundenkilometern in Pforzheim und dem Enzkreis und bis zu 120 Stundenkilometern in Höhenlagen haben für Wirbel gesorgt – aber kaum für Schäden.

Die Bilanz des Sturmtiefs „Quinten“ fiel in der Region glimpflich aus. Zehn Einsätze wegen umgestürzter Bäume zählten die Feuerwehren im Enzkreis und in Pforzheim bis zum Abend – zwischen Maulbronn und Freudenstein zum Beispiel, bei Feldrennach, im Holzbachtal bei Langenalb, zwischen Schwann und Niebelsbach oder auf der Zerrennerstraße in Pforzheim. Verletzte gab es laut Polizei keine. Größere Schäden blieben bis auf je eine vom Baum getroffene Strom- und Telefonleitung und zwei Autos, die von einem verwehten Anhänger und durch Dachziegel getroffen wurden, aus.

Der Deutsche Wetterdienst sprach für Pforzheim und den Enzkreis von Böen mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern. In höheren Lagen wie auf dem Wildbader Sommerberg seien die Böen im Schnitt zehn bis 20 Stundenkilometer schneller gewesen, so Meteorologe Rolf Siegle. Ab dem späten Nachmittag flaute der Wind allmählich ab. Dafür ging der Regen im Nordschwarzwald nach und nach in Schnee über. Für den Mittwochmorgen erwartete Siegle Schnee und Glättegefahr auch für tiefere Lagen.

Wirbel, aber kein Chaos

Der Sturmtag brachte für die Menschen vor allem Nässe, zerfledderte Regenschirme, verwehtes Altpapier und vereinzelt zerrissene Werbebanner. Größere Behinderungen etwa im Verkehr wurden nicht gemeldet. Auch die Sommerbergbahn in Bad Wildbad trotzte eisern den Böen. „Wir fahren auch bei starkem Wind“, sagte Johann Bernhardt von den Stadtwerken, dem Bahnbetreiber. Erst wenn der Sturm quer zu den Waggons wehe, sei Schluss. Ansonsten profitiert die Standseilbahn davon, dass im Bereich um die Schienen kein Baum steht, der ihr den Weg versperren könnte. Bernhardt: „Während des Orkans Lothar waren wir so die einzige Verbindung vom Sommerberg zur Stadt.“

Tieren machte der Sturm am Dienstag deutlich mehr zu schaffen. „Vor allem die jungen Pferde sind ganz unruhig, wenn der Wind durch den Stall pfeift“, sagte Tanja Nußstern, Pflegerin auf dem Gestüt Dobel. Dort in den Höhenlagen kam der Schnee schon am Dienstag an. Und kalt wird es vorerst bleiben, sagt Meteorologe Siegle. Bis zum Wochenende rechne man mit Frost und teils winterlichen Straßenbedingungen.