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Produktionsfehler hat die Berliner Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung an den Verbundfeuerwerken festgestellt, die in der Silvesternacht 2011/12 zahlreiche Unfälle verursacht haben
Produktionsfehler hat die Berliner Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung an den Verbundfeuerwerken festgestellt, die in der Silvesternacht 2011/12 zahlreiche Unfälle verursacht haben © privat
21.12.2012

Vor einem Jahr zehn Menschen durch Böller-Unfälle verletzt

Enzkreis. Ein Jahr nach den schweren Böllerunfällen zieht die PZ eine Zwischenbilanz. Durch Böller wurden in der Silvesternacht 2011/12 allein in Pforzheim und der Region knapp zehn Menschen verletzt. Bundesweit räumte der Anbieter des Verbundfeuerwerks, bei dem es gehäuft zu Unfällen kam, rund 70 Zwischenfälle ein. 20 davon trugen die Opfer schwerwiegende Verletzungen davon – vor allem Augenschäden und Brandwunden im Gesicht.

Wie es dazu kommen konnte, dass die Feuerwerksbatterien gleich nach dem Anzünden – und nicht wie vorgeschrieben erst mit drei bis acht Sekunden Verzögerung – explodierten, versucht die Berliner Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) herauszubekommen. Die Ursachenforschung sei allerdings noch nicht abgeschlossen, so BAM-Sprecherin Ulrike Rockland. Fest stehe allerdings: „Das, was auf dem Markt war, entspricht nicht den Baumustern.“ Sprich: Die Böller-Fabrik in China, von der der Anbieter seine Ware bezogen hat, hat sich bei der Produktion nicht an die Pläne gehalten, auf deren Basis das Feuerwerk für den Verkauf in Deutschland zugelassen wurde.

Der Anbieter selbst hatte bereits eingeräumt, dass sich bei einer Charge der in China produzierten Silvesterkracher Aufkleber gelöst hätten, die intern verbaute, schnell abbrennende Zündschnüre (gedeckte Stoppine) hätten abdecken sollen. „Die Kleber sind teilweise abgefallen“, bestätigt auch BAM-Sprecherin Rockland: „Da hat die Qualitätssicherung des Anbieters versagt.“ Zudem sei an den betroffenen Feuerwerken „aber auch anderes fehlerhaft gewesen.“ So habe die BAM „weitere schnell abbrennende Zündschnüre gefunden.“ Das heißt: „Möglicherweise haben die Leute das Feuerwerk an einer roten Zündschnur angezündet und es ist trotzdem gleich hochgegangen“, so Rockland.

Das dürfte Wasser auf die Mühlen der Opfer sein, die allesamt nachdrücklich versichern, eben keinen Bedienungsfehler gemacht zu haben, sondern sich strikt an die Anleitung gehalten und das Feuerwerk an der Originalzündschnur angezündet zu haben.

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