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Nur zum Test nimmt PZ-Mitarbeiterin Julia Falk auf dem Kreisel-Schlitten zwischen Engelsbrand, Grunbach und Salmbach Platz.  Foto: Seibel
Nur zum Test nimmt PZ-Mitarbeiterin Julia Falk auf dem Kreisel-Schlitten zwischen Engelsbrand, Grunbach und Salmbach Platz. Foto: Seibel
17.12.2015

Vorschriften hin oder her: Weihnachtskreisel auf Bewährung

Lichterglanz, Tannenschmuck, Sterne aus Papier und Stroh: Die Adventszeit ist allüberall zu sehen und zu spüren. Die Gemeinde Engelsbrand tut das Ihre, um vorweihnachtliche Freude zu verbreiten. Zum Beispiel auch dort, wo sich der Verkehr zwischen den Ortsteilen Engelsbrand, Salmbach und Grunbach trifft. Mitten auf dem zentralen Kreisel steht seit einigen Tagen ein Schlitten, weihnachtlich geschmückt und bepackt mit Deko-Geschenken. Dahinter strahlen am Abend und am Morgen Lichterketten an einem Metallbäumchen. Aber wie lange geht das gut?

Ein schöner Anblick? Vielleicht schon, meint nun aber das Landratsamt. Aber einer, der der Behörde nicht gefallen könne. Schließlich gilt nach wie vor ein Landeserlass, der im Enzkreis schon für Wirbel gesorgt hat: Nach einigen Unfällen in Baden-Württemberg auf Kreisverkehren, die wegen fester Hindernisse schwerere Folgen hatten, verfügte das Land 2012, dass Kreisel in ihrer Mitte frei von Aufbauten, Kunstwerken und Bäumen sein müssen. Der Enzkreis setzt das seitdem um. Nicht immer zur Freude der Bürger und Kommunen, die beispielsweise in Ötisheim und Remchingen um künstlerisch gestaltete Kreisverkehrsinseln gekämpft hatten. Vergeblich.

Zuletzt war es ruhiger um die Kreisel geworden – weil die meisten den Sicherheitsanforderungen schon angepasst sind. „Einige wenige“ würden noch fehlen, so Oliver Müller, Leiter des Straßenverkehrs- und Ordnungsamts des Enzkreises. Derjenige zwischen Engelsbrand, Grunbach und Salmbach mit seinen Bäumchen ist ohnehin darunter. Nun also noch der Weihnachtsschmuck. Die Behörde meldete sich bei Bürgermeister Bastian Rosenau, um mitzuteilen, „dass wir nicht einverstanden sind“, so Müller. Die Sicherheitsfragen seien schließlich ernst. Und haften würde bei einem Unfall letztlich der Kreis.

Immerhin: Schlitten und Lichterbaum sind nicht von Dauer. „Wir haben uns darauf verständigt, dass der Schmuck nächstes Jahr woanders hinkommt“, so Rosenau. Irgendwann geht es ohnehin noch an die Bäumchen im Kreisel. Aber erst mal leuchtet es weiter von der Insel. Wie lange noch? Rosenau möchte sich an die Tradition für Weihnachtsschmuck halten. Zu Dreikönig kommt er weg.