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Wildunfälle häufen sich gerade im Herbst.
Wildunfälle häufen sich gerade im Herbst. © Symbolbild: dpa
09.10.2013

Vorsicht geboten: Wildunfälle häufen sich zur Zeit

Enzkreis. Sie können schnell zur Gefahr werden: Wildtiere, die gerade jetzt im Herbst bei Dämmerung und Nebel die Straße überqueren. "Zur Zeit gibt es in Pforzheim und dem Enzkreis fast jeden morgen Wildunfälle", berichtet Frank Fabian, Polizeiführer vom Dienst in Pforzheim. Gekracht habe es Mittwochfrüh bereits in der Dietlinger Straße und in Neuhausen.

Auch am Montag und Dienstag gab es Wildunfälle im Enzkreis: Eine Peugeot-Fahrerin hat am Montagabend um 22.48 Uhr zwischen Gräfenhausen und Birkenfeld ein Tier angefahren. Hier entstand ein Sachschaden von rund 1500 Euro.

Am Dienstag krachte es gleich fünfmal: Gegen 5 Uhr morgens wurde zwischen Mönsheim und Heimsheim ein Reh von einem VW Touran erfasst und getötet. Um 5.20 Uhr wurde die Polizei von einem Autofahrer aus Weiler alarmiert. Auch er hatte ein Reh erwischt. Abends um 21.13 Uhr wurde erneut ein Reh angefahren. Diesmal in Neuenbürg. Es brach sich dabei die Hinterläufe und verstarb noch am Unfallort. Betroffen waren außerdem ein Autofahrer auf der B10 bei Illingen und auf der Straße zwischen Feldrennach und Ottenhausen.

"Glücklicherweise handelt es sich dabei meist um Blechschäden", so Fabian. Verletzte gebe es äußerst selten. Trotzdem können plötzliche Ausweichmanöver zur Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer werden.

Gerade wenn der Pendelverkehr sich mit der Dämmerungszeit deckt, müsse man besonders aufmerksam fahren, so Clemens Rank, der Leiter des Kreisjagdamts in Pforzheim. Er rät deshalb, Wildwechsel-Warnschilder momentan besonders zu beachten. Außerdem gilt: Vorausschauend fahren, Abstand zum Vordermann halten und bei Tieren auf der Fahrbahn eine Vollbremsung einleiten.

Ist der Unfall passiert und das angefahrene Wild liegt auf der Straße, gelten spezielle Verhaltensregeln vor Ort. Zunächst muss die Unfallstelle mit einem Warndreieck gesichert und die Polizei gerufen werden. Diese verständigt den Revierinhaber - meist ein Jäger - der sich um das Tier kümmert.

Meistens fühlt sich der Revierinhaber für das angefahrene Tier verantwortlich. Er versorgt das verletzte Wild oder transportiert den Kadaver ab. «Normalerweise ist die Kommune zuständig, aber diese Arbeit wird meist unentgeltlich von den Jägern übernommen», erläutert die DJV-Mitarbeiterin. Der Revierinhaber stellt auch eine Unfallbescheinigung für die Versicherung aus.