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Im Kreuzfeuer der Kritik: Der AfD-Landesvorstand um Bernd Gögel. Foto: dpa

„Vorstand nicht arbeitsfähig“: AfD Pforzheim will Sonderparteitag, Enzkreis-Abgeordneter Bernd Gögel findet das "völlig daneben"

Pforzheim/Tiefenbronn. Die AfD im Land kommt einfach nicht zur Ruhe. Trotz der abgelehnten Neuwahl des Landesvorstandes um den Tiefenbronner Bernd Gögel beim letzten Parteitag Anfang Juni in Pforzheim, möchten einige Kreisverbände einen Sonderparteitag einberufen. Neben den Kreisverbänden aus Stuttgart, Ulm, Reutlingen, Emmendingen und der Ortenau befindet sich darunter auch die AfD Pforzheim/Enz, bestätigt Sprecher und Pforzheimer Stadtrat Alfred Bamberger auf PZ-Nachfrage. „Der Landesvorstand ist nicht arbeitsfähig.“ Intern sei er sogar ziemlich zerstritten.

Da eine „Reparatur“ auf dem Parteitag in Pforzheim nicht funktioniert habe, müsse es jetzt eben einen Sonderparteitag geben. Dabei sei es laut Bamberger „vollkommen egal, welche politische Ausrichtung“ dieser Landesvorstand habe. Ihm sei nur wichtig, dass die Vorstände ihre Arbeit machten. „Wir in den Kreisverbänden sind abhängig vom Landesvorstand, der uns IT und andere Ressourcen zur Verfügung stellt. Wenn davon nichts ankommt, leiden wir darunter.“

Ganz anderer Meinung ist Bernd Gögel, der den Enzkreis im Landtag vertritt und als einer der beiden Sprecher an der Spitze des Vorstandes steht. „Diese Aktion ist absolut daneben“, findet Gögel. Und weiter: „Irgendwann muss man Ergebnisse einfach akzeptieren. Wir können nicht einfach alle drei oder vier Monate einen Sonderparteitag einberufen.“ Das koste schließlich auch immer Geld – die Beiträge der Mitglieder, wie Gögel bemerkt. „Leider scheint der Kollege Bamberger das vergessen zu haben.“ Gögel denkt darüber nach, einen Änderungsantrag über das Minderheitenbegehren zu diskutieren, laut dem fünf Kreisverbände einen Sonderparteitag beantragen können. Die meisten dieser Verbände beständen aus zehn Personen. „Da entscheiden dann nur 50 Leute über so ein Gremium, die anderen 4950 im Land werden gar nicht gehört. Das ist nicht zeitgemäß.“