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Paul-Simon Ramm gastierte mit seiner Kasperei in der Theaterschachtel in Neuhausen. Foto: Fux
Paul-Simon Ramm gastierte mit seiner Kasperei in der Theaterschachtel in Neuhausen. Foto: Fux
12.10.2015

Vorstellung der Kasperei in Neuhausen hinterlässt viele Fragezeichen

Die Kasperei, die in der Theaterschachtel in Neuhausen gastierte, hatte ein Kasperletheater für kleine und große Leute ab drei Jahren angekündigt. Kindergarten- und Schulkinder und auch einige Erwachsene saßen mit großen Augen voller Erwartung vor der Bühne. Und ihre Augen und Ohren wurden buchstäblich immer größer, denn die kleinen Besucher verstanden wenig. Denn für die Handlung Entscheidendes spielte sich nämlich nicht vor dem Vorhang, sondern hinter ihm ab und war so nur akustisch zu hören. Doch nicht nur, dass einiges gar nicht zu sehen war, viel schwieriger wurde es mit dem Verstehen.

Denn statt von einer Kuh war von einer „Methan erzeugenden Milchfabrik“ die Rede, da fielen quasi aus dem nichts Worte wie „Pegida“, „Sponsoringvertrag“ oder „Copyright“ und dies alles in einem Kindertheater, in einem Kasperlestück mit Kasper, Seppel, einem Bösewicht und der Großmutter.

Erwachsene tauschten ungläubige Blicke und die Kinder versuchten der Geschichte zu folgen. Ein Handlungsstrang war einfach, wäre dieser nicht von intellektuellen Dialogen und Monologen ständig gesprengt worden. Im Stück „Der malifizierte 66. Geburtstag“ wird die Großmutter genau an diesem Ehrentag aufgrund eines königlichen Erlasses ins Altersheim entführt und Kasperl bedient sich der Hilfe eines „ultimativen Notfallsprays“. Erhalten hat er dieses Utensil statt von der Fee von der Urlaubsvertretung, dem Fuchs.

Die Rettung gelingt, doch zu sehen ist nichts, denn sie geschieht hinter dem Vorhang, was viele verwirrte Kinder zurücklässt. Und selbst Seppel, der in eine Art Wurm verwandelt wurde, wird nicht aktiv wieder zurückverwandelt. Ein Stück, das etliche Fragezeichen und viel Stirnrunzeln bei großen und kleinen Besuchern hinterlässt.

Obwohl Jessica und Paul-Simon Ramm aus Monakam viele gute Ansätze mit Musik, Gesang und Spiel ins Stück einbauen und ihre Puppen in unterschiedlichen Dialekten zu Wort kommen lassen, wirkt die Handlung keineswegs durchdacht und erst recht nicht kindgerecht, selbst für Erwachsene wirkt diese teilweise verworren. Weniger wäre in diesem Fall mehr gewesen.